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Türkei mit Epidemiologie-Experten unterstützen

Pressemitteilung von Kirsten Tackmann,

Zum Angebot von Horst Seehofer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz, Experten zur Bekämpfung der Vogelgrippe in die Türkei zu schicken, erklärt Kirsten Tackmann, agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE.:

Ein solches Angebot ist sehr wichtig - zur Unterstützung vor Ort und zum Schutz bislang nicht betroffener Länder. Es sollte jedoch sehr gut überlegt werden, welche Expertisen vor Ort vor allem gebraucht werden. Risikobewertung und Risikomanagement sind Schlüsselaufgaben - und das klassische Kompetenzfeld der Epidemiologie. Daher ist unverständlich, warum Horst Seehofer nur Virologen in die Türkei schicken will, zumal das BMELV für seine politische Beratung in diesen Fragen über eine eigene Ressortforschungseinrichtung verfügt: das Institut für Epidemiologie in Wusterhausen, das zum Friedrich-Loeffler-Institut gehört. Die Lageberichte zur aktuellen Situation in der Türkei wurden von Experten dieses Instituts erarbeitet, die im Rahmen von Twinning-Projekten bereits sehr enge Arbeitskontakte zum Veterinärwesen in der Türkei und gute vor Ort-Kenntnisse haben. Ich halte es aus fachlicher Sicht für dringend geboten, diese Expertise einzubinden.

Gleichzeitig muss darauf verwiesen werden, dass die personelle Ausstattung dieses Instituts, das sowohl in der Vorsorge als auch im Falle einer Einschleppung der so genannten Vogelgrippe in die Bundesrepublik eine zentrale Rolle spielt, unzureichend ist und sich aktuell weiter zugespitzt. Auch die von ihm angesprochenen Krisenübungen haben durchaus Defizite erkennen lassen. Ich teile daher die Einschätzung des Ministers nicht, die Bundesrepublik wäre bestens vorbereitet. Die Epidemiologie von Infektionserregern bei Tieren ist in der Bundesrepublik nach wie vor eine vernachlässigte Wissenschaft.

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