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Quotenregelungen allein reichen nicht aus

Pressemitteilung von Cornelia Möhring,

"Ob Miniquoten und Zielvorgaben die erhofften scharfen Schwerter sind, mit denen ein Umdenken und eine wirkliche Gleichstellung von Frauen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik vorangebracht werden, bleibt abzuwarten", erklärt Cornelia Möhring, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf die heute von Familienministerin Schwesig und Justizminister Maas vorgestellten Leitlinien zur gesetzlichen Quote. "Neben Quotenregelungen bedarf es besserer Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zugleich eine Arbeitswelt, in der 60-80 Wochenstunden der Vergangenheit angehören." Möhring weiter:




"Die Koalition hatte sich vorgenommen, in den ersten 100 Tagen das 'Gesetz zur Förderung von Frauen in Führungspositionen' vorzustellen und im zweiten Quartal dieses Jahres durchs Kabinett zu bringen. Nun hat sie den Zeitplan zugunsten einer politischen Debatte mit Unternehmen und Gewerkschaften geändert. Das Gesetzgebungsverfahren ist erst für 2015 geplant. Den Leitlinien zufolge sollen 2016 erstmals 474 Frauen noch immer 1.105 Männern in 108 Ausichträten gegenüberstehen. Das wären 174 Frauen mehr als heute.

Neben ihrer ersten Säule des neuen Gesetzes wird es für ca. 3500 börsennotierte oder mitbestimmungspflichtige Unternehmen die Verbindlichkeit einer Zielquote geben, die veröffentlicht wird und an der die Arbeit von Vorständen gemessen werden kann. Das ist zwar mehr als eine freiwillige Selbstverpflichtung, aber weit entfernt von angemessenen Lösungen zur Gleichstellung von Frauen in Vorständen und Führungsetagen. Dies weist auf ein gesellschaftliches Klima und einen Druck aus Unternehmerverbänden hin, in denen verbindliche Quotierungen als Untergang des Abendlandes verstanden werden. Dabei bleiben Männer bis heute in Aufsichtsräten mit 85 Prozent und in Vorständen mit 95 Prozent Repräsentanz unter sich."



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