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Polens Nichtbeteiligung am Zentrum gegen Vertreibungen entlarvt einseitiges Konzept der Bundesregierung

Pressemitteilung von Ulla Jelpke,

"Dass die polnische Regierung sich nicht an dem geplanten Zentrum gegen Vertreibungen beteiligen will, ist entlarvend für das einseitige Gedenkstättenkonzept der Bundesregierung", meint Ulla Jelpke. Die Vertreter der Bundesregierung seien offensichtlich nicht bereit gewesen, auf die Bedenken der polnischen Seite ernsthaft einzugehen, so die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

"Dass ausgerechnet die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, dieses Ergebnis als Zeichen für eine Normalisierung der deutsch-polnischen Verhältnisse wertet, bestätigt diese Vermutung und ist Besorgnis erregend. Normalisierung heißt für Steinbach offenbar, die eigene revanchistische Agenda ohne Rücksicht auf deren Empfindungen der östlichen Nachbarn durchziehen zu können.

DIE LINKE wird von der Bundesregierung genaue Informationen über die für die polnische Seite offenbar unannehmbaren Bedingungen der Beteiligung an einem Vertriebenenzentrum erfragen. Wir wollen auch Auskunft darüber, wie viele öffentliche Mittel für das Projekt vorgesehen sind.

Flucht und Vertreibung gehören zu den schrecklichen Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts und sind auch heute noch allgegenwärtig. An sie zu erinnern ist wichtig und richtig. Ich befürchte aber, dass ohne die Beteiligung der polnischen Regierung die Darstellung des Bundes der Vertriebenen die Ausstellung dominieren wird. Diese Geschichtspolitik will den Eindruck erwecken, der Krieg und seine Folgen hätten vor allem Deutsche zu Opfern gemacht. Eine solche Darstellung verhöhnt die Opfer des deutschen Faschismus."

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