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Pflegezeit hilft Angehörigen nur bedingt

Pressemitteilung von Kathrin Senger-Schäfer,

"Der Vorstoß der Bundesfamilienministerin klingt zwar gut, hat aber seine Schattenseiten", erklärt Kathrin Senger-Schäfer zum Vorschlag von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), einen Rechtsanspruch auf eine zweijährige Pflegezeit für Berufstätige einzuführen, die sich um pflegebedürftige Familienmitglieder kümmern. Die pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

"Nach den Vorstellungen von Kristina Schröder sollen Angehörige mindestens zu 50 Prozent weiterarbeiten. Da Pflegebedürftigkeit aber häufig überraschend und kurzfristig eintritt, müssen Angehörige die Möglichkeit haben zeitlich befristet ihre Berufstätigkeit vollständig ruhen zu lassen. Und sie müssen dabei einen Anspruch auf Lohnersatzleistungen haben. Zudem kann es nicht sein, dass berufstätige Frauen und Männer, die sich der schweren Aufgabe der Pflege von Angehörigen widmen, nach ihrer Rückkehr ins Berufsleben mit Abschlägen auf ihr Gehalt die Pflegezeit abbezahlen.“

Wie die gesamte Pflegepolitik der Bundesregierung bürdet die schrödersche Pflegezeit die Lasten von Pflege und Betreuung allein den Angehörigen auf und entpuppt sich damit als Kostensparmodell. Zudem löst der Vorstoß nicht das Problem, dass insbesondere Frauen durch die Pflege von Angehörigen dauerhaft aus dem Berufsleben ausscheiden."

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