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Ökonomisierung des Gesundheitssystems dämpft Bereitschaft zur Organspende

Pressemitteilung von Martina Bunge,

"Das Klima im Gesundheitswesen hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Bereitschaft der Menschen zur Organspende", erklärt Martina Bunge anlässlich des elften Welttags der Organspende am 11. März. "Wo Solidarität das dominierende Prinzip ist, sind auch das notwendige Vertrauen und die Bereitschaft zur Spende vorhanden. Ökonomisierungstendenzen wie im deutschen Gesundheitssystem und vermuteter internationaler Organhandel sind hingegen kontraproduktiv", sagt die Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE und Vorsitzende des Gesundheitsausschusses:

"Wie entscheidend das Klima im Gesundheitswesen für die Bereitschaft zur Organspende ist, hat uns ein Besuch des Gesundheitsausschusses in Spanien im September vergangenen Jahres gezeigt, wo die Spendebereitschaft so hoch ist wie in keinem anderen europäischen Land.

In Deutschland hingegen warten jährlich etwa 12.000 Kranke auf ein lebensrettendes Organ. Zur Verfügung stehen aber nur etwa 3.000 Organe. Das hat auch technische Gründe: Das Spendeaufkommen hängt zu großen Teilen auch von einer perfekten Organisation ab, vor allem von einem funktionierenden Management in Krankenhäusern und Transplantationszentren, die die Organentnahme koordinieren. Das A und O bleibt jedoch die Spendebereitschaft.

Die Chancen für ein Leben durch Organspende auf der einen und das Recht, selbst über den eigenen Körper zu bestimmen, auf der anderen Seite, müssen nicht im Widerspruch zueinander stehen. Beide Güter sind es wert, ernsthaft über eine Organspendebereitschaft nachzudenken. Zum Bekennen eignet sich am besten ein Organspendeausweis - in meinen Wahlkreisbüros sind diese immer erhältlich."

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