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NATO-Strategie: Soldaten statt Konzepte

Pressemitteilung von Paul Schäfer,

„Die NATO versucht, ihre Konzeptlosigkeit in Afghanistan hinter stetig steigenden Truppenstärken zu verstecken“, kritisiert Paul Schäfer, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Pläne der NATO-Verteidigungsminister, die ISAF-Truppe weiter aufzustocken. Schäfer erklärt weiter:

„Der faule Kompromiss im Kampf gegen den Drogenhandel ist von einem tragfähigen Konzept weit entfernt. Statt deutlich auf polizeiliche Verbrechensverfolgung und die Erschließung alternativer Einkommensmöglichkeiten durch wirtschaftliche Entwicklung zu setzen, lässt er den militärorientierten Hardlinern freie Hand und befeuert die allgemeine Eskalation. Die so verfahrene Situation sollen dann wieder zusätzliche Truppen richten: Wie aus Budapest und Kabul zu hören ist, planen allein die USA, der ISAF weitere 20.000 Soldaten zu unterstellen, und sie drängen auch bei den Verbündeten auf Verstärkung. Mit ihren Bemühungen um Aufstockung und Ausweitung des Mandats für einen Bundeswehreinsatz marschiert auch die Bundesregierung in dieser fehlgeleiteten Kolonne mit.

Dieses sture Festhalten am Heilmittel Militär lässt nicht nur drängende Probleme Afghanistans unberücksichtigt, es schafft auch stetig neue: Die steigenden Zahlen ziviler Opfer, das Besatzer-Gebaren der Soldaten und ihre Kumpanei mit korrupten Kriegsherren schüren Unzufriedenheit, und militärisches Freund-Feind-Denken untergräbt den gerade anlaufenden innerafghanischen Verhandlungsprozess.“

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