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Mixa ist familienfeindlich und realitätsfern

Pressemitteilung von Klaus Ernst,

Zur Debatte um die Familienpolitik und den wiederholten Äußerungen des Augsburger Bischofs Mixa zur Berufstätigkeit junger Mütter erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE., Klaus Ernst:

Bischof Mixa möchte Frauen nicht nur als "Gebärmaschinen" missbrauchen, sondern gleich noch drei bis sechs Jahre als Putz- Windelwasch- und Küchenmaschinen dranhängen. Nur dann ist für ihn in den Familien alles im Lot. Mit derart grotesken Entgleisungen hat der Bischof das Maß des Erträglichen überschritten. Er vertritt eine Familienideologie, die Frauen nur anerkennt, wenn sie sich einem traditionellen Rollenbild fügen. Das auch noch mit dem Kindeswohl und den Interessen von Müttern zu begründen, ist das Allerletzte. Seine Forderungen sind familienfeindlich, denn der Wunsch vieler Menschen nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie interessiert den Bischof überhaupt nicht.

Das Deckmäntelchen des Sozialen über solche Vorstellungen zu werfen ist der Gipfel. Sich in einem Land, in dem viele Alleinerziehende nur deshalb arbeitslos sind, weil es keine Kinderbetreuung gibt, gegen deren Ausbau auszusprechen, ist sozial ignorant.

Die gesamte Debatte um Kinderbetreuung und Wahlfreiheit ist nicht mehr normal. Da wird ein absurdes Affentheater über die Rolle der Mutter und die Wahlfreiheit der Eltern aufgeführt, wo doch der eigentliche Skandal das Fehlen von Einrichtungen zur Kinderbetreuung im Westen Deutschlands ist. Zu beklagen, dass die familiäre Erziehung durch die Forderung nach mehr Kinderkrippen in Misskredit gebracht wird, ist Ausdruck höchster geistiger Verwirrung der Diskutanten.

Die Berufstätigkeit von Frauen und die Entscheidung für ein Leben mit Kindern darf nicht länger ein Entweder-Oder sein. Deshalb hat der Ausbau der Kinderbetreuung gerade für Unter-Dreijährige absoluten Vorrang. DIE LINKE fordert einen Rechtsanspruch auf gebührenfreie und ganztägige Betreuung für Kinder jeden Alters.

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