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Langzeiterwerbslose besser unterstützen

Pressemitteilung von Sabine Zimmermann,

„Mehr als jeder dritte Erwerbslose ist langzeiterwerbslos. Langzeiterwerbslose finden nur selten einen neuen Job. Die Gründe, warum sie nicht mehr als arbeitslos gezählt werden, sind nur zu einem kleinen Teil auf eine neue Beschäftigung zurückzuführen. Eine Kehrtwende in der Arbeitsmarktpolitik ist dringend notwendig. Es müssen ausreichend Gelder zur Unterstützung bereitgestellt werden. Die Einrichtung eines öffentlich geförderten Beschäftigungssektors mit 200.000 voll sozialversicherungspflichtigen existenzsichernden Arbeitsplätzen ist längst überfällig. Anstatt sich über einen vermeintlichen Fachkräftemangel zu beklagen, sollten die Arbeitgeber stärker als bislang die Einstellung von langzeiterwerbslosen Menschen in Erwägung ziehen und deren Potenzial nicht länger brachliegen lassen“, erklärt Sabine Zimmermann, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den aktuellen Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit. Zimmermann weiter:

„Ebenso skandalös ist die zunehmende Armutsgefährdung von Erwerbslosen, die aktuell laut Europäischem Statistikamt in Deutschland bei 70,8 Prozent liegt. Seit den Hartz-Reformen wird die soziale Sicherung für Erwerbslose überwiegend Hartz IV überlassen, das nicht armutsfest ist. Hartz IV muss abgeschafft und durch eine sanktionsfreie Mindestsicherung ersetzt werden, in Höhe von derzeit 1.050 Euro. Zudem müssen aber auch die Voraussetzungen geschaffen werden, dass wieder mehr Menschen Zugang zu Leistungen der Arbeitslosenversicherung bekommen. Eine neue Bundesregierung muss endlich die Verarmung erwerbsloser Menschen stoppen, bislang gibt es aber keine Anzeichen, dass eine große Koalition willens dazu ist, im Gegenteil: ein ‚Weiter so‘ zeichnet sich leider ab."

 

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