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Kriminalität hat keine ethnischen Wurzeln

Pressemitteilung von Sevim Dagdelen,

Anlässlich der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2005 durch den Bundesinnenminister Schäuble erklärt die migrations- und integrationspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE., Sevim Dagdelen:

Kriminalität hat keine ´ethnischen Wurzeln`, wie der Begriff ´Ausländerkriminalität` suggeriert. Deshalb stellt bereits die Formulierung ´Ausländer-Straftaten` eine Diskriminierung und Diffamierung dar.

Das Entstehen von Kriminalität ist stets von gesellschaftlichen, persönlichen und ökonomischen Umständen sowie vom Alter, Geschlecht und der Schichtzugehörigkeit der konkreten Personen abhängig. Niemand wird als Straftäter geboren, und bei vergleichbaren Lebensverhältnissen gibt es keine nennenswerten Kriminalitätsunterschiede in Bezug auf die Herkunft oder Staatsangehörigkeit der Betroffenen!

Allerdings können die besonderen Probleme von Menschen mit Migrationshintergrund wie Arbeitslosigkeit, mangelnde Ausbildung oder Aufenthaltsstatus eine Erklärung für kriminelle Delikte im Einzelfall sein. So wird bereits mit der Aufnahme der Verstöße gegen die so genannte Residenzpflicht, also ungenehmigtes Verlassen des Aufenthaltsorts, die Statistik verfälscht und ein irreführendes Bild von ´kriminellen Ausländern` an die Wand gemalt. Deshalb ist eine effektivere Bekämpfung dieser Missstände das Gebot der Stunde.

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