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Jetzt gehen die Krankenkassen an ihre Reserven

Pressemitteilung von Harald Weinberg,

"Bisher gibt es erstaunlich viele Krankenkassen, die beschlossen haben, ihre Beiträge zu senken. Diesen geringeren Einnahmen stehen aber oft höhere und stets steigende Ausgaben gegenüber. Die Kassen finanzieren dieses Minus mit ihren Rücklagen. Das geht auf Dauer nicht gut", erklärt Harald Weinberg.



"Keine Kasse will derzeit mit höheren Beiträgen in die Presse kommen. Recht offensiv geben viele Kassen nun aus Wettbewerbsgründen das Geld aus, welches sie in den vergangenen drei Jahren zurückgelegt haben. Es muss jedem Beteiligten klar sein, dass die Beiträge so nicht lange stabil bleiben können. Denn von den 16 Milliarden Euro Rücklagen der Kassen sind vier Milliarden als Mindestrücklage gesetzlich vorgeschrieben. Die verbleibenden zwölf Milliarden Euro reichen gerade mal für die Deckung der Ausgaben von rund 20 Tagen. Ein dauerhaftes Defizit lässt diese zwölf Milliarden Euro also dahinschmelzen wie Schnee in der Sonne.

Dazu kommt, dass die Rücklagen höchst unterschiedlich verteilt sind. Die Kasse mit dem meisten Vermögen pro Versichertem hatte jüngsten Zahlen zufolge 1233,59 Euro pro Versichertem, die ärmste Kasse gerade mal 10,77 Euro. Aber selbst diese Kasse, die nicht im Entferntesten die Mindestrücklage erfüllt, will ohne Beitragssatzerhöhung auskommen. Das zeigt, wie stark die Angst bei den Kassen umgeht, notwendige Beitragssatzerhöhungen durchzuführen. So wird den Kassen ziemlich bald die Puste ausgehen, und die Beiträge werden dann steigen."