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Integration ist nicht eine Frage der Religion, sondern Aufgabe der Politik

Pressemitteilung von Sevim Dagdelen,

Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, kritisiert den Versuch, bei der Islamkonferenz muslimische Migrantinnen und Migranten unter Generalverdacht zu stellen und auf ihre Religionszugehörigkeit zu reduzieren.

Als Schlüssel der Integration gelten in der öffentlichen Debatte neben der Sprache Bildung und Arbeit. "Die Debatte vor der Islamkonferenz erweckt allerdings den Eindruck, dass die etablierten Parteien einen neuen Schlüssel entdeckt haben, mit dem die Tür zur Integration verschlossen bliebe: der islamische Glaube." Mit diesen Worten hat sich die integrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE., Sevim Dagdelen, gegen die Versuche gewandt, Migrantinnen und Migranten muslimischen Glaubens als "integrationsunwillig bzw. integrationsunfähig" abzustempeln.

"Innenminister Schäuble oder SPD-Innenexperte Wiefelspütz sprechen sich dagegen aus, dass Muslime unter Generalverdacht gestellt werden. Wenn sie aber im gleichen Atemzug von den muslimischen Migrantinnen und Migranten Rechtstreue und ein Anti-Terror-Bekenntnis fordern, schüren sie doch selber diesen Verdacht. Sie unterstellen den Menschen, sie seien wegen ihres Glaubens potenzielle Rechtsbrecher und Terrorismus-Unterstützer. Dieser Verdacht, ja sogar versteckte Vorwurf ist perfide und inakzeptabel."

Diese undifferenzierte Kritik an Muslimen sieht Dagdelen als Versuch, Menschen auf ihre Religionszugehörigkeit zu reduzieren und damit vermeintlich unüberbrückbare Hindernisse vor der Integration zu konstruieren.

Die Bundesregierung müsse sich auf die Lösung tatsächlicher Probleme konzentrieren und endlich die Voraussetzungen für Chancengleichheit und ein gleichberechtigtes Zusammenleben schaffen, fordert Dagdelen: "Auch wenn die Koalition nicht davon auszugehen scheint, lebt die allergrößte Mehrheit der Migrantinnen und Migranten muslimischen Glaubens nicht nach Vorstellungen aus dem Mittelalter. Sie leben in dieser Gesellschaft und in der heutigen Zeit. Sie sind Lohnabhängige, machen sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder oder um ihre Rente. Den Grad ihrer Integration darf man nicht daran messen, ob sie ein Kopftuch oder einen Schnauzbart tragen; sondern daran, welche Möglichkeiten wir ihnen für eine Chancengleichheit bei Zugang zu Bildung und Arbeit bieten."

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