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Integration braucht die Trennung von Staat und Kirche oder Moschee

Pressemitteilung von Sevim Dagdelen,

"Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble betreibt eine Kulturalisierung sozialer Konflikte. Seine scheinbar großzügige und tolerante Forderung nach islamischem Religionsunterricht führt in die Irre", kritisiert Sevim Dagdelen anlässlich der dritten Sitzung der Deutschen Islamkonferenz. Weiter erklärt die migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

"Hassprediger verlieren nur dann ihre Wirkung, wenn ihnen nicht weiter durch soziale Ab- und Ausgrenzungen der gesellschaftliche Nährboden bereitet wird. Dazu bedarf es sozialer Gleichberechtigung und rechtlicher Gleichstellung. Darüber hinaus versucht Schäuble über die Tatsache hinwegzutäuschen, dass die meisten Muslime in Deutschland säkularisiert sind.

Statt sich für gleiche Rechte und soziale Gleichberechtigung einzusetzen, bricht Schäuble das Prinzip der staatlichen Nichteinmischung in Fragen von Religion und Weltanschauung - und damit mit einer entscheidenden Lehre, die aus den blutigen Erfahrungen der Religionskriege, der Inquisition, des Hexenwahns in Europa gezogen wurde. Nur der säkulare Verfassungsstaat, der die Gewalten teilt und sich aus den Streitfragen von Religion und Weltanschauung heraushält, sichert die elementaren geistigen Freiheiten: Glaubensfreiheit, Gewissensfreiheit, Gedankenfreiheit, Religionsfreiheit, Weltanschauungsfreiheit.

Ethische Normen und damit zusammenhängende Fragestellungen, etwa zu Würde und Freiheit, Recht auf Leben und Eigentum, Gemeinwohlorientierung, demokratische Teilhabe, gehören unverzichtbar in den Schulunterricht. Die Gleichsetzung von Religion mit Werteerziehung aber befördert eine Aufsplitterung und falsche Gruppenbildung in der Schule. Für den Erziehungsauftrag des staatlichen Schulwesens bedeutet das, dass allgemeinverbindliche Werte nur klar benennbare Verfassungswerte sein können, die das Zusammenleben der Menschen regeln sollen. Die religiös-weltanschauliche Erziehung ist keine Staatsaufgabe, sondern eine ureigene Aufgabe der Eltern, die sich dabei, wenn sie es wollen, auf die Hilfen von religiösen Gemeinden und weltanschaulicher Verbände stützen können."

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