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In Syrien droht militärisches Aufeinandertreffen von USA und Russland

Pressemitteilung von Wolfgang Gehrcke,

„Syrien darf nicht zum Schauplatz direkter militärischer Auseinandersetzungen zwischen Russland und den USA werden. Der Abbruch der Syrienverhandlungen seitens der USA gegenüber Russland birgt die Gefahr in sich, dass auf dem ‚syrischen Schlachtfeld‘ die USA und Russland direkt militärisch aufeinandertreffen. Beide Großmächte tragen eine hohe Verantwortung für die explosive militärische Konstellation. Nur mit dem Einfluss der USA und Russlands sind weitere Konfliktparteien, die in Syrien militärisch agieren, an den Verhandlungstisch zu bewegen“, erklärt Wolfgang Gehrcke, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, zu den aktuellen Entwicklungen in Syrien. Gehrcke weiter:

„Neue Drohungen aus Washington, so unter anderem von den Vizepräsidenten-Kandidaten, dürfen weitere Gespräche zwischen den USA und Russland nicht blockieren. Die Ankündigung möglicher ‚Alleingänge‘ der USA, auch gegen syrische Regierungstruppen, ist keine Basis für die Suche nach Frieden im Land.

 Die gemeinsame Erklärung der Golfstaaten mit der unmittelbaren Drohung, Bodentruppen in Syrien einzusetzen, und die fortgesetzte Kooperation der USA und ihrer Verbündeten mit dschihadistischen Gruppierungen wie der Al-Nusra-Front zeigen überdeutlich, dass in Syrien kein Bürgerkrieg herrscht, sondern ein Stellvertreterkrieg, der mit außerordentlicher Grausamkeit geführt wird.

Notwendig ist eine Vereinbarung über eine, wenn auch befristete Feuerpause. Aus einer Feuerpause kann, wenn es die Großmächte wollen, eine Waffenruhe entstehen. Humanitäre Hilfe für Aleppo und andere Städte und Regionen darf nicht zum Schutz militärischer Umgruppierungen und Ausrüstung einzelner am Kampf beteiligter Gruppierungen genutzt und missbraucht werden. An einer Vereinbarung über eine neue Feuerpause muss dringend der Staat Syrien beteiligt werden, unabhängig davon, was man von seinem Präsidenten hält, Dass kurdische Organisationen und Gruppen sowie die gewaltfreie syrische Opposition nicht an den Verhandlungstisch geholt wurden, erweist sich bereits heute als schwerer Fehler. Damit eine Waffenruhe erfolgreich sein kann, müssen diese Kräfte an den Gesprächen beteiligt werden.“

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