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Hungerbekämpfung braucht einen Paradigmenwechsel

Pressemitteilung von Niema Movassat,

„Die Zahl der weltweit hungernden Menschen ist leicht zurückgegangen. Das ist gut, doch es bleibt sehr viel zu tun. Die westlichen Industriestaaten tun im Kampf gegen den Hunger nach wie vor zu wenig. Durch ihr Freihandelsdogma zerstören sie lokale Märkte in Entwicklungsländern und schaffen so Hunger. Es braucht endlich einen Paradigmenwechsel im Kampf gegen den Hunger“, so Niema Movassat, Sprecher für Welternährung der Bundestagsfraktion DIE LINKE, anlässlich des heute von den drei Organisationen der Vereinten Nationen FAO, WFP und IFAD vorgelegten Jahresberichts zum Hunger weltweit. Movassat weiter:

„Es ist leider so, dass der Rückgang der Hungerzahlen weltweit sehr ungleich verteilt ist. Erfolge bei der Hungerbekämpfung verzeichnen auffällig die Länder und Regionen, in denen Beiträge der Entwicklungszusammenarbeit keine so große Rolle spielen: China, Indien, Indonesien, Brasilien. In Afrika und dem Rest Asiens steigt die Zahl der Hungerleidenden seit 2005 dagegen stetig an. Auch täuscht das Zahlenwerk der Vereinten Nationen, weil man schon vor einiger Zeit einfach die pro Tag benötigte Kalorienmenge heruntergesetzt hat. Wenn man auch die Zahl der Mangelernährten dazurechnet, reden wir schon von rund 2 Milliarden Menschen! Solche Zahlen machen klar: Das Recht auf Nahrung ist weiterhin das am häufigsten verletzte Menschenrecht der Welt.

Der vorliegende Welternährungsbericht unterstreicht die politischen Ansätze, mit denen Hunger nachhaltig bekämpft werden kann und die wir auch als LINKE fordern: Gezielte Förderung von Kleinbauern, Aufbau von soziale Sicherungssystemen und Ausbau von Sozialleistungen sowie Entwicklungsprogramme zur Armutsbekämpfung. Dazu braucht es aber vor allem weniger westliche Besserwisserei und mehr Süd-Süd-Kooperation. Auch muss Schluss sein mit westlichen Agrarsubventionen und der zerstörerischen zum Dogma erhobenen Freihandelspolitik. Grundlegend brauchen wir eine Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von Nord nach Süd, von Reich zu Arm.“

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