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Gemeinsam die Tat verurteilen - gemeinsam trauern

Pressemitteilung von Bodo Ramelow,

Zum Mord an drei Mitarbeitern eines evangelischen Verlags in der türkischen Stadt Malatya erklärt der stellvertretende Vorsitzende und religionspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE., Bodo Ramelow:

Ich verurteile diese grausame Tat auf das Schärfste. Ein solches Verbrechen muss Entsetzen hervorrufen. Neben dem Leid und der Trauer sollte aber auch daran gedacht werden, welche Konsequenzen sich aus einem derart schreckliches Ereignis ziehen lassen, wo so genannte religiöse Motivation zu blutigen Morden führt.

Ich würde mir wünschen, dass in Deutschland Vertreter von Christen und Muslimen gemeinsam trauern und die Tat gemeinsam verurteilen. Ebenso wie das Judentum sind Christentum und Islam abrahamitische Religionen, das heißt, sie haben gemeinsame Wurzeln. Sie haben aber vor allem auch einen gemeinsamen Anspruch: Gewaltfreiheit! Um diesen Anspruch nachhaltig zu demonstrieren sollten auch in Deutschland Christen und Muslime wieder einen Schritt aufeinander zugehen. Gespräche miteinander sind der beste Schutz vor Ausgrenzung und gegenseitigen Vorurteilen.

Der grausame Mord in Malatya mahnt aber auch, dass staatliche Ungleichbehandlung von Religionen nicht übergangen werden darf, weder in der Türkei noch in Deutschland. Die Türkei muss alles unternehmen, um die Rechte der christlichen Minderheit im Land zu schützen. Und auch in Deutschland gilt es, der muslimischen Minderheit das Recht freie Religionsausübung zu garantieren.

Vor dem Mord an drei unschuldigen Menschen hatte es in Malatya bereits mehrfach Proteste gegen den christlichen Verlag gegeben, die von staatlicher Seite eben nicht scharf genug kritisiert wurden. In Berlin-Heinersdorf gipfelten Proteste gegen den geplanten Bau einer Moschee durch die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde vor kurzem in einem Brandanschlag auf die Baustelle. Hier wie dort ist es die Aufgabe des Staates und der Vertreter aller demokratischen Parteien, derartiges klar zu verurteilen und so Extremisten zu zeigen, dass ihre Haltung nicht toleriert wird. Hier wie dort geht es um das Menschenrecht der freien Religionsausübung.

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