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Drittmittel sind kein Ersatz für eine nachhaltige Hochschulfinanzierung

Pressemitteilung von Petra Sitte,

"Während die grundständigen Hochschuletats stagnieren oder sinken, gewinnt die Drittmittelförderung immer mehr an Bedeutung. In einigen Disziplinen findet inzwischen kaum noch grundfinanzierte Forschung statt", kommentiert Petra Sitte das heute erschienene Förderranking der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die stellvertretende Vorsitzende und forschungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

"Wenn die Basisfinanzierung der Hochschulen nicht entsprechend des Drittmittelaufkommens gesteigert wird, hat das gravierende Folgen für die Beschäftigungsbedingungen insbesondere im Mittelbau und die Lehrkapazität der Hochschulen. Drittmittelbeschäftigte können nach geltendem Recht unbegrenzt befristet eingestellt werden und stehen zumeist nicht für die Lehre zur Verfügung. Die nächste Bundesregierung muss deshalb schnellstens den Hochschulpakt 2020 in die Haushaltsplanung einbeziehen, damit die Universitäten Planungssicherheit bekommen. Zudem muss das Wissenschaftszeitvertragsgesetz überarbeitet werden.

Es ist ein Armutszeugnis für die Förderpolitik, dass unter den ersten 30 Hochschulen im Förderranking nur zwei ostdeutsche Hochschulen und die Berliner Humboldt-Universität auftauchen. Nur etwa zehn Prozent der DFG-Mittel fließen in den Osten. Berlin bildet hier eine positive Ausnahme. Die infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise einbrechenden Steuereinnahmen der Länder werden weitere dramatische Konsequenzen für die Wettbewerbsfähigkeit der ostdeutschen Universitäten beim Kampf um Drittmittel haben, vor allem bei der Exzellenzinitiative. DIE LINKE lehnt eine Neuauflage der Initiative deshalb ab. Was wir brauchen, ist ein Förderprogramm zur Stärkung der universitären Grundlagenforschung in den neuen Bundesländern.

Die Drittmittelforschung ist immer noch eine Männerdomäne. Nur 16 Prozent der Bewilligungsempfänger der DFG sind Frauen. Die öffentlichen Forschungsförderer sollten neue innovative Formen zur speziellen Förderung von Frauen im wissenschaftlichen Nachwuchs entwickeln und den Schwerpunkt dabei auf eine bessere Planbarkeit der Karriere legen. Zudem muss die Genderperspektive integrativer Bestandteil aller Forschungsprojekte sein."

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