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Die Bilanz 2005 der Deutschen Bahn AG:

Pressemitteilung von Dorothée Menzner,

Anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz der Deutschen Bahn AG (DB AG) erklärt die Verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Dorothée Menzner:

Im letzten Jahr hat die Deutsche Bahn AG - wie mir unlängst mitgeteilt wurde - im Nahverkehr einen Umsatz von 8,160 Milliarden Euro erreicht. Sollte sie diesen Wert heute bestätigen, dann hätten ihr bundesweit die S-Bahn- und Regionalzüge insgesamt nur 0,4 Prozent mehr in die Kassen gefahren, als im Jahr 2004.

Anders der Fernreiseverkehr: Hier soll der Umsatz im Jahr 2005 mit 3,068 Milliarden Euro um 5 Prozent über dem Wert von 2004 liegen. Doch trotzdem ist der bislang höchste Umsatz von 3,37 Milliarden Euro im Jahr 2002 bei weitem nicht erreicht. Hinzu kommt: Die Fahrpreise stiegen 2005. Deshalb dürfte der Zuwachs bei Fernreisenden und Reiseweite um etwa die Hälfte geringer sein als beim Umsatz.

Im Güterverkehr soll die Bahn helfen, die Straßen möglichst von "dicken Brummis" zu entlasten. Doch ausgerechnet der bahneigene Lkw-Spediteur Schenker konnte letztes Jahr ein kräftiges Plus von 776 Millionen Euro Umsatz verbuchen, von 8,024 auf 8,800 Milliarden Euro (plus 9,7 Prozent). Dagegen tuckern die Güterzüge der DB-Railion auf der Standspur: Sowohl der Jahresumsatz (2005: 2,800 Milliarden Euro, minus 3,7 Prozent), als auch das Transportvolumen (minus 1 Prozent) liegen hier im Vergleich zu 2004 hinten.

Die Verkehrsleistungen der Deutschen Bahn AG kommen viel zu langsam voran, und die Mitarbeiterzahlen schrumpfen Jahr für Jahr. 2005 wurde die Zahl der Beschäftigten der Deutschen Bahn abermals gegenüber dem Vorjahr gesenkt: um über 3100 beim Nahverkehr, um über 1200 beim Fernreiseverkehr, um rund 200 im Bereich Personenbahnhöfe, um über 1300 bei DB-Railion und um über 3500 im Bereich Schienennetz! Als Jobmaschine boomte im Jahr 2005 einzig die Lkw-Sparte der "Bahn". Hier gab es einen Zuwachs von über 3000 Mitarbeitern.

DIE LINKE. meint: Die Schiene tritt auf der Stelle, die Arbeitsplätze dort schwinden. Mit dem Zielschild Börse droht der Bahn die Fahrt ins Abseits. Die Bundesregierung als Vertreter des Eigentümers Bundesrepublik Deutschland ist gefordert. Sie muss das Theaterstück Börsengang und ihre Zurückhaltung gegenüber dem Konzern beenden. Der Bund muss Einfluss auf die Entscheidungen nehmen, ehe die Deutsche Bahn AG weitere Mitarbeiter und Verkehrsleistungen verliert.

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