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Der Qualitätspakt Lehre wird zum Feigenblatt

Pressemitteilung von Nicole Gohlke,

"200 Millionen Euro jährlich für 240 Hochschulen, das reicht nicht", kommentiert Nicole Gohlke, hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die erste Auswahlrunde im Qualitätspakt Lehre. Gohlke weiter:

"Bildungsministerin Schavan setzt ihre Politik der Preisausschreiben fort. Wir brauchen aber eine Lösung für alle Hochschulen. Alle guten Projekte für bessere Lehre sollten gefördert werden, nicht nur ein paar.
Am Grundproblem geht die Initiative vorbei. Gute Lehre erfordert gute Betreuung. An den Universitäten kommen auf 60 Studierende inzwischen nur noch ein Professor oder eine Professorin. Die meisten Lehrenden arbeiten unter prekären Bedingungen. Das Verhältnis von unbefristet zu befristet beschäftigten wissenschaftlichen Angestellten ist inzwischen 1:7.
Gute Lehre lässt sich nur mit guten Arbeitsbedingungen für die Lehrenden erreichen. Programme wie der Qualitätspakt Lehre und die Exzellenzinitiative fördern befristete Beschäftigung, anstatt sie zu bekämpfen. DIE LINKE fordert, an den Hochschulen gezielt sichere Arbeitsverhältnisse zu schaffen und sie dauerhaft zu finanzieren. Mit einer Anschubfinanzierung ist es dann nicht mehr getan.
Die Qualität der Lehre leidet auch unter der Verschulung des Studiums. Die Bologna-Reformen kosten deshalb Lehrqualität. Die Studierenden werden zunehmend behandelt wie Schüler, viele Lehrende können praktisch keine Forschung mehr betreiben. Die lebendige Verbindung zwischen Lehre und Forschung geht verloren. Gute Lehre lässt sich nicht als billige Massenproduktion betreiben. Die Hochschulen müssen uns mehr Geld wert sein."

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