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Aufstockung der Truppen in Afghanistan wird zu mehr toten Zivilisten führen

Pressemitteilung von Norman Paech,

"Es ist absurd, dass US-Präsident Barack Obama im gleichen Atemzug von einer Aufstockung der US-Truppen und von einer neuen Afghanistan-Strategie mit mehr Gewicht auf Entwicklungshilfe spricht", kritisiert Norman Paech, außenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, die jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten. "Denn während Obama für ein größeres militärisches Engagement wirbt, fallen weiterhin Zivilisten gerade diesem militärischen Engagement zum Opfer. Eine Aufstockung der Truppen wird die Situation weiter verschärfen. Die Bundesregierung darf deshalb auf keinen Fall noch mehr Soldaten nach Afghanistan schicken." Paech weiter:

"Wenn es dem neuen Präsidenten Ernst ist mit der Ankündigung eines umfassenden Strategiewechsels, dann muss an erster Stelle eine Truppenreduzierung stehen. Es ist vollkommen widersinnig, mehr zivile Maßnahmen in Aussicht zu stellen und gleichzeitig die Truppen um weitere 17.000 Soldaten zu erhöhen. Man braucht keine prophetischen Fähigkeiten, um sich auszurechnen, wohin das führen wird: Mehr Truppen werden zwangsläufig zu einer Ausweitung des Krieges und damit zu mehr zivilen Opfern führen.

Bislang hat die US-Administration die Bundesregierung noch nicht zu einer Aufstockung der deutschen Streitkräfte aufgefordert. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, wann dieser Wunsch an die Bundesregierung herangetragen wird. Die Bundesregierung täte gut daran, Präsident Obama beim Wort zu nehmen und einen wirklichen Strategiewechsel zu fordern. Denn letztendlich kann nur der massive Ausbau ziviler, entwicklungspolitischer Hilfe Sicherheit und Stabilität bringen. Es ist höchste Zeit, das Scheitern in Afghanistan einzugestehen und die deutschen Truppen abzuziehen."

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