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Arbeitsmarktbericht dokumentiert Trend zu atypischer und prekärer Beschäftigung

Pressemitteilung von Sabine Zimmermann,

"Die aktuellen Arbeitsmarktdaten dokumentieren nicht einen wirtschaftlichen Aufschwung, sondern in erster Linie einen fundamentalen Wandel der Arbeitswelt. Immer mehr Arbeitnehmer finden sich in atypischer und prekärer Beschäftigung wieder, ohne langfristige Perspektiven und im Niedriglohnbereich", erklärt die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Sabine Zimmermann. Zimmermann weiter:

"Die Zahl der Leiharbeitsverhältnisse hat im Vergleich zum Vorjahr um 183.000 bzw. 33,2 Prozent zugenommen. Gleichzeitig sank die Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe, der Haupteinsatzbranche von Leiharbeitskräften, um 84.000. Hier sind massive Austauschprozesse im Gang. Die Bundesregierung ist jedoch nicht gewillt, dem Lohndumping durch Leiharbeit durch Einführung des Equal-Pay-Prinzips Einhalt zu gebieten. Das zeigt auch der jüngste Gesetzentwurf aus dem Hause von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Alarmierend ist, dass sich der Anteil der Langzeiterwerbslosen an der Gesamtzahl der Erwerbslosen um 3 Prozent auf mittlerweile 33 Prozent erhöht hat, während die Teilnehmerzahl an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel zurückgefahren wurde. Gerade Langzeiterwerbslose benötigen aber dringend Qualifizierungsmaßnahmen, um in den Arbeitsprozess zurückkehren zu können. Durch das Kürzungspaket der Bundesregierung sind der Bundesagentur für Arbeit jedoch zunehmend die Hände gebunden.

Verschärfend kommt der geplante Abbau von rund 3.500 Stellen in den Jobcentern hinzu. Es handelt sich um Arbeitsvermittler und Sachbearbeiter, deren Verträge nicht über das Jahresende hinaus verlängert werden sollen und die sich deswegen heute arbeitslos melden müssen. Ich fordere die Bundesregierung auf, diese Stellen zu entfristen, damit die Betreuungsqualität in den Jobcentern nicht noch weiter sinkt."

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