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Antikrisenpolitik der Bundesregierung benachteiligt Migranten

Pressemitteilung von Sevim Dagdelen,

„Dass sich die Chancen von Migrantinnen und Migranten auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zu anderen Ländern durch die Krise kaum verändert haben, macht es nicht besser, zumal die Krise noch lange nicht ausgestanden ist. Schon vor der Krise waren Migrantinnen und Migranten auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt, so dass ihre Arbeitslosenquote auch schon 2007 knapp doppelt so hoch wie die von Deutschen war. Mit den Kürzungspaketen der Bundesregierung wird es vermutlich schlimmer“, erklärt Sevim Dagdelen anlässlich der heute veröffentlichten aktuellen Ausgabe des Internationalen Migrationsausblicks der OECD. Die migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Hintergrund ist, dass Migrantinnen und Migranten in Deutschland bereits vor der Krise oft nur in unsicheren Arbeitsverhältnissen und Jobs mit geringen Qualifikationen beschäftigt wurden. Das bei Frauen mit Migrationshintergrund eine positive Entwicklung zu verzeichnen sei, liegt vor allem daran, dass während der Krise weiter sichere durch unsichere Arbeitsverhältnisse ersetzt wurden. In Krankenhäusern und gerade in der Pflege kommen daher Migrantinnen im Niedriglohnbereich, als Leih- oder Teilzeitarbeitskräfte verstärkt zum Zuge.

Die Weigerung der Bundesregierung, Einbürgerungen zu erleichtern, gewinnt angesichts des OECD-Berichts erneut an Brisanz. Denn bei gleichem Alter, gleicher Herkunft und Aufenthaltsdauer und gleichem Bildungsniveau haben eingebürgerte Migrantinnen und Migranten in Deutschland eine um fast zwölf Prozent höhere Wahrscheinlichkeit beschäftigt zu sein als Migrantinnen und Migranten, die die deutsche Staatsangehörigkeit nicht haben. Mit ihrer restriktiven Einbürgerungspolitik macht die Bundesregierung nicht nur Millionen Migrantinnen und Migranten politisch zu Bürgerinnen und Bürgern 2. Klasse. Sie erschwert und verweigert ihnen damit auch die soziale Integration.“

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