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Afghanistan: zivile Hilfe neu strukturieren und Truppen abziehen

Pressemitteilung von Heike Hänsel,

„Die internationale Hilfe für Afghanistan muss nicht nur erhöht, sondern vor allem umstrukturiert und neu ausgerichtet werden“, fordert Heike Hänsel anlässlich der Geber-Konferenz für Afghanistan am heutigen Donnerstag. Weiter erklärt die entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

„Das afghanische Volk hat nach sieben Jahren Aufbau viel zu wenig von der zivilen Hilfe profitiert. Die Bilanz ist ernüchternd, gegenwärtig sind 70 Prozent der Bevölkerung von Hunger bedroht. Ein Großteil der bislang versprochenen Unterstützung ist nicht in Afghanistan angekommen oder floss in Form von Unternehmensgewinnen und Beratergehältern wieder zurück in die Geberländer. Was von der Hilfe in Afghanistan bleibt, wird oft durch korrupte Regierungsmitglieder und lokale Warlords in private Taschen gelenkt.

Auch die Ansätze sind falsch: Die westlichen Geber setzen in Afghanistan auf ein neoliberales Entwicklungsmodell, flankiert von Quick-Impact-Projekten. Das ist weder entwicklungspolitisch nachhaltig, noch werden dadurch öffentliche Strukturen und die Partizipation der Bevölkerung gestärkt.

Stattdessen müssen endlich Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine eigenständige, soziale Entwicklung ermöglichen und regionale Wirtschaftskreisläufe fördern, um die Abhängigkeit von Importen und Nahrungsmittelhilfen abzubauen.

Die ländliche Entwicklung muss massiv gestärkt werden. Hier liegt auch das größte Potenzial nachhaltiger Demokratisierung und Konfliktprävention: Lokale Akteurinnen und Akteure müssen viel stärker in den Aufbau einbezogen und demokratische Kräfte statt korrupte und kriminelle Strukturen, die bislang vielfach Partner des Westens sind, unterstützt werden.
Die Entwicklungszusammenarbeit muss entmilitarisiert werden, damit eine entwicklungspolitische und nicht militärstrategische Ausrichtung beim zivilen Aufbau des Landes dominiert.

DIE LINKE fordert deshalb, die zivil-militärische Zusammenarbeit zu beenden und stattdessen zivile Instrumente der Krisenbearbeitung und der Entwicklungszusammenarbeit zu stärken. Truppen raus aus Afghanistan.

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