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100 Jahre nach Ende deutscher Kolonialherrschaft: Völkermord endlich anerkennen

Pressemitteilung von Niema Movassat,

"Es ist nicht nachzuvollziehen, dass die Bundesregierung diesen kolonialen Völkermord an den Herero, Nama, Damara und San nicht auch so nennt und sich entschuldigt. Das ist nicht länger hinnehmbar. Am 9. Juli 1915 endete die deutsche Kolonialbesatzung in Südwestafrika. Bundespräsident und Bundesregierung müssen nun, nach hundert Jahren, am 9. Juli 2015 diesen Völkermord endlich anerkennen und in aller Form Namibia und die Nachfahren der Opfer um Entschuldigung bitten", so Niema Movassat, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, anlässlich des 100. Jahrestags des Endes deutscher Kolonialherrschaft in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Weiter sagt er:




"Deutschland steht in der moralischen und politischen Verantwortung und Verpflichtung gegenüber dem erst seit 1990 unabhängigen Namibia. Der Völkermord wirkt bis heute nach. Das Deutsche Reich hat die Herero und Nama nicht nur vernichten wollen, sondern sie auch um ihr ganzes Hab und Gut gebracht. Das birgt enormen sozialen Brennstoff im Land. Es kann nicht im Interesse Deutschlands sein, dies einfach weiter zu ignorieren.

DIE LINKE hat nun einen entsprechenden Antrag in den Bundestag eingebracht (BT-Drucksache18/5407). Darin fordern wir auch einen offenen Dialog ohne Vorbehalte, der neben dem namibischen Staat unbedingt auch die Nachfahren der Opfer einbeziehen muss. Deren Forderungen nach Wiedergutmachung sind legitim. Es ist an der Zeit, dass die Bundesregierung sie nicht länger als Bedrohung, sondern als Chance für eine nachhaltige Versöhnung sieht."


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