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CO2-Ausstoß geplanter Kraftwerksneubauten sprengt jedes Klimaschutzziel

Positionspapier,

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel sich auf dem EU-Gipfel als Klimaschützerin feiern lässt, zementiert die deutsche Industrie daheim eine klimafeindliche Stromversorgung. Rund die Hälfte aller deutschen Kraftwerke ist so alt, dass sie bis 2020 stillgelegt werden müssen. Die Energiewirtschaft plant in großem Maßstab Ersatz, doch mit fatalen Klimafolgen: Von den neu geplanten 60 Gigawatt Kraftwerksleistung sollen gut zwei Drittel ausgerechnet aus Kohlekraftwerken kommen.

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel sich auf dem EU-Gipfel als Klimaschützerin feiern lässt, zementiert die deutsche Industrie daheim eine klimafeindliche Stromversorgung. Rund die Hälfte aller deutschen Kraftwerke ist so alt, dass sie bis 2020 stillgelegt werden müssen. Die Energiewirtschaft plant in großem Maßstab Ersatz, doch mit fatalen Klimafolgen: Von den neu geplanten 60 Gigawatt Kraftwerksleistung sollen gut zwei Drittel ausgerechnet aus Kohlekraftwerken kommen.

Doch diese Kohlekraftwerke sind besonders klimaschädlich. Im Vergleich zur Stromerzeugung aus Erdgas wird bei Steinkohle doppelt soviel Kohlendioxid (CO2) frei, bei Braunkohle sogar dreimal soviel. Um die Größenordnung der Neubauvorhaben deutlich zu machen: momentan sind Steinkohle-Kraftwerke mit einer Kapazität von zusammen 26 Gigawatt (GW) in Betrieb - in Planung sind Steinkohle-Kraftwerke mit insgesamt 40 GW Leistung. Sie stoßen soviel CO2 aus, dass die Klimaschutzziele der Regierung in weite Ferne rücken - wenn diese Kraftwerke gebaut werden. Und danach sieht es aus, denn viele Anlagen sollen schon bis 2012 ans Netz gehen und befinden sich bereits in der Genehmigungsphase.

Zu den vielen geplanten Steinkohle-Kraftwerken kommen noch einige neue Braunkohle-Kraftwerke hinzu - Braunkohle ist noch schmutziger als Steinkohle. In Neurath baut RWE ein Riesenbraunkohle-Kraftwerk mit einer Leistung von zwei Atomkraftwerken. Es wird pro Jahr mehr CO2 ausstoßen als alle EinwohnerInnen Neuseelands. Ein Klimaskandal sondergleichen, doch die selbsternannte Klimakanzlerin hielt zur Grundsteinlegung die Festrede.

Eigentlich hatte sich die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die deutschen Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 zu senken. Auf den CO2-Ausstoß des Stromsektors umgerechnet heißt das: von den etwa 350 Millionen Tonnen CO2, die der Kraftwerkspark 1990 ausspuckte, dürfen im Jahr 2050 nur noch 70 Millionen Tonnen übrig sein.

Die Grafik zeigt die jährlichen CO2-Emissionen des bestehenden und geplanten deutschen Kraftwerksparks für die Jahre 2000 bis 2060. Würde man seit 1990 linear auf das -80%-Klimaschutzziel zumarschieren, so müssten die CO2-Emissionen unterhalb der roten Linie bleiben.