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Was war da los, Frau Pau?

Im Wortlaut von Petra Pau,

Petra Pau spricht vor der Marienkirche in Berlin.


Sie befreiten 1943 ihre Ehemänner, die von den Nationalsozialisten inhaftiert worden waren. Im Rahmen der Karfreitagsprozession durch Berlin erinnerte Petra Pau vor der Marienkirche an der Protest der Frauen. linksfraktion.de dokumentiert ihre Rede:

 

"Wir stehen vor der Sankt Marienkirche. Vor der Kirche, in der bereits zwei Tage nach der Machtübernahme durch die Nazis ein Dankgottesdienst gefeiert wurde, bei dem die Kirchenbänke so eng besetzt waren wie sonst nur zu Weihnachten. Doch lasst uns nicht nur auf die Sankt Marienkirche schauen, sondern auch über die Straße hinweg in Richtung Rosenstraße.

Dort leisteten Frauen aktiv und öffentlich Widerstand gegen die Nazis: Im Februar 1943 rollten morgens um sechs Uhr Lastwagen vor die Tore vieler Fabriken in Berlin, Gestapo und SS verhafteten bei der so genannten Fabrikaktion, durch die Berlin – in Anführungszeichen – "judenfrei" gemacht werden sollte, alle noch dort beschäftigten Menschen jüdischen Glaubens.

Darunter befanden sich auch 2.000 Menschen, die meisten Männer, die mit nichtjüdischen Frauen verheiratet waren. In einem Gebäude in der Rosenstraße 2 bis 4 wurden sie, getrennt von den anderen Verhafteten, vor Angst und Kälte zitternd, zusammengetrieben. Doch dann protestierten ihre Angehörigen in einer beispiellosen spontanen Aktion. Noch am gleichen Tag versammelten sie sich vor dem Gebäude in der Rosenstraße. Sie kamen am nächsten Tag wieder, andere kamen hinzu, sie wurden immer mehr. Tag für Tag. Das verfehlte seine Wirkung auf die Machthabenden nicht: Die Gefangenen wurden freigelassen."


linksfraktion.de, 22. April 2014

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