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Schufa stärker kontrollieren

Nachricht von Klaus Ernst,

Kaum eine Bank vergibt einen Kredit ohne Schufa-Auskunft. Vermieter erfragen bei der Schufa die Bonität ihrer Mieter. Und auch bei der Finanzierung von von vielen Produkten muss ein Kunde einwilligen, dass eine Auskunft bei der Schufa eingeholt wird. Als größte Wirtschaftsauskunftei in Deutschland bewertet die Schufa die Bonität in einem sogenannten "Scoring"-Verfahren. Dabei kommt es auch immer wieder zu Fehleinschätzungen und Falschauskünften, die sich für die Betroffenen nachteilig auswirken.

Aus einer aktuellen Antwort des Bundesinnenministeriums auf ein Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag geht hervor, dass die Bundesregierung sich mit dem Problem noch nicht befasst hat: "Der Bundesregierung liegen keine gesicherten Kenntnisse vor, wie hoch der Anteil von Falschauskünften durch Wirtschafts- und Kreditauskünften ist", heißt es. Auch hat sich die Bundesregierung bislang nicht dafür interessiert, welche Informationen die Schufa über die Vertragspartner von angeschlossenen Unternehmen sammelt und aus welchen Quellen diese stammen. "Die Bundesregierung duckt sich komplett ab", stellt Klaus Ernst fest, "und zeigt eine nicht zu überbietende geradezu fahrlässige Ignoranz gegenüber den Alltagsbelangen der Bürger." Für eine lebensnahe Politik sei es zwingend notwendig, sich mit der Lebenswirklichkeit der Bevölkerungsmehrheit auseinanderzusetzen. Diesen Willen lasse das Bundesinnenministerium vermissen. "Die Schufa ist im Wesentlichen eine Einrichtung von Banken und Sparkassen", kritisiert Klaus Ernst weiter. "Folglich bedient sie deren Interessen. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass der Staat diese entsprechend reguliert und beaufsichtigt."


linksfraktion.de, 3. September 2014