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Schluss mit dem Druck!

Nachricht von Birke Bull-Bischoff,

»Schluss mit dem Druck auf Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern«, fordert unsere Bildungspolitische Sprecherin, Birke Bull-Bischoff mit Blick auf die Warnungen des Deutschen Lehrerverbandes vor wachsenden Lernrückständen und zunehmenden sozialen Ungleichheiten bei den Schülerinnnen und Schülern angesichts des Lockdowns. 

Birke Bull Bischoff weiter: »Bildung ist nicht nur Stoffvermittlung. Schluss mit dem Druck auf die Schülerinnen und Schüler! Es ist nicht wichtig, möglichst viel zu prüfen. Wichtig ist, vieles zu lernen und auf neue Art zu lernen. Es ist Zeit für eine neue Schule – gemeinsam, inklusiv, vernetzt und demokratisch. Wir müssen spätestens jetzt mit der Vorbereitung beginnen. Und: Die Mangelwirtschaft in Schulen muss beendet werden.

Zensuren und Tests ›auf Teufel komm raus‹ zu organisieren, ist schlechtes Krisenmanagement.

Es ist wichtig, viel zu lernen, es ist nicht wichtig, viel zu prüfen. Statt Tests und Leistungsvergleiche, brauchen wir eine neue Lernkultur. Das muss und das kann jetzt vorbereitet werden. Wir sollten jetzt schon außerschulische Lernorte finden: Bibliotheken, Jugendclubs, Makerspaces, Werkstätten, Gemeindezentren. So klappt es mit kleineren Lerngruppen und einer neuen Lernkultur. Wir sollten jetzt schon Kunstschaffende, Expertinnen und Experten aus dem Handwerk, Wissenschaftler*innen, Sozialarbeiter*innen und viele andere Profis für Lernangebote binden. Wir müssen Bildung von außen organisieren.

Recht hat Herr Meidinger vom Deutschen Lehrerverband, wenn er die soziale Ungleichheit beklagt! Sorge allein hilft jedoch nicht. Es muss was getan werden: Wir müssen Schulsozialarbeiter*innen flächendeckend einstellen, jedem Schüler, jeder Schülerin einen Laptop und Bildungstarife fürs Internet finanzieren – mindestens für Schüler*innen mit wenig Geld. Webinare für digitales Lehren müssen für alle Lehrkräfte zugänglich gemacht. Profis wie der Verband für Fernunterricht bieten langjährige Erfahrung an. Interessiert hat sich dafür bisher leider keiner. Die Länderegoismen sind ein Hemmschuh, die Kultusministerkonferenz erweist sich als Dinosaurier.

Die Bundeskanzlerin selbst muss einen Bildungsgipfel einberufen, Bildung muss Sache der Chefin werden. Die Coronazeit ist eine Gelegenheit, umzudenken, was wirklich wichtig ist. Mit den ersten Schritten kann begonnen werden. Jetzt!«

 

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