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Pflegeausbildung - Koalitionskomödie der Bundesregierung

Im Wortlaut von Pia Zimmermann,

Von Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

Seit Jahren diskutieren Pflegeverantwortliche und die Politik über die dringend notwendige Reform der Ausbildung für die Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege. Der Gesetzentwurf der Koalition will einen einheitlichen Ausbildungsberuf mit einem ungenügenden Vertiefungseinsatz zur Spezialisierung am Ende der Ausbildung. Diese „Generalistik“ steht massiv in der Kritik, vor allem bei Altenpflegekräften und den Säuglings- und Kinderkrankenpflegekräften. Denn ihr unersetzliches Know-how würde verloren gehen. Inzwischen droht die ganze Reform zu scheitern. Deshalb hat DIE LINKE zu ihrem Antrag „Gute Ausbildung – Gute Arbeit – Gute Pflege“ Ende Januar eine Debatte im Bundestag erwirkt.

Die Reform der Pflegeausbildung muss kommen, sagen die einen. Sie wird wohl nicht mehr zu schaffen sein, kontern die anderen. Die Oppositionsanträge entsprechen in vielem unserem Kompromissvorschlag, erklärt ein Abgeordneter der CDU. Um sofort zu ergänzen: Deshalb könne man den Vorschlägen der Opposition nicht zustimmen. Das ist Wahlkampfgeplänkel auf Kosten der Pflegekräfte. Kein einziges Sachargument war zu hören gegen den Antrag der Fraktion DIE LINKE. 

Die Koalition hat sich lahm gelegt. Gut regieren im Interesse der Auszubildenden und der Menschen mit Pflegebedarf heißt: gemeinsame Ausbildungsinhalte mit Spezialwissen praxisnah zu kombinieren. Heißt, die Altenpflege endlich genauso ernst zu nehmen, wie die Krankenpflege. Heißt, den praktischen Ausbildungsteil besonders zu stärken. Durch ausreichend Zeit, gute Anleitung und wirkliche Mitbestimmung der Auszubildenden. Heißt, kein Schulgeld mehr. Heißt, berufsfähig sein am Ausbildungsende und ohne Anschlussqualifizierung, die selbst bezahlt werden muss.

Gegen eine solche integrierte Ausbildung müssten dem Bundestag als Gesetzgeber Argumente vorgetragen werden. Stattdessen: Schuldzuweisungen und Stillstand. Stirbt die Reform der Pflegeausbildung jetzt, gehen erneut Jahre verloren. Wie auch mit dem Kompromissvorschlag aus den Reihen der SPD, alle bestehenden Ausbildungswege und die generalistische Ausbildung zehn Jahre nebeneinander auszuprobieren. Das macht die Ausbildung nicht attraktiver. Im Gegenteil: Alles wird noch unübersichtlicher und alle verlieren. Also her mit einer Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für eigenständige Berufsabschlüsse. Damit gute Ausbildung in den Pflegeberufen schnellstens möglich wird.

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