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»Neue Schule braucht das Land!«

Im Wortlaut von Birke Bull-Bischoff,

Die Pandemie hat es für alle deutlich sichtbar gemacht: Unser Schulsystem ist weder krisen- noch zukunftsfest. LINKE Bildungspolitik steht für eine neue Schule – vor allem mit dem Ziel, Bildungsungerechtigkeit zu bekämpfen. Dazu gehört für uns:

Lernen unter sicheren Bedingungen!

Ob Pandemie oder Klimakrise - Schulen müssen geschützte Räume für Bildung und soziale Begegnungen sein. Wir fordern in jeder Krise ein Management nach wissenschaftlichen Empfehlungen. Die Betreuung für Kinder in Not muss sichergestellt sein, am besten in der Schule. Geht das nicht, brauchen wir stabile und leistungsfähige Zugänge zum Netz und zu digitalen Geräten, auch zu Hause. Wir setzen dabei auf offene Materialien (OER) und Systeme (OSS). Damit Schule jederzeit funktionieren kann, braucht es vor allem sichere Räume und genug Personal. Die besondere Unterstützung von schutzbedürftigen Familien muss sichergestellt sein. Bildung muss für alle sicher sein - damit Bildung auch in der Krise gerecht bleibt!
 
Mangelwirtschaft beenden!

Etwa ein Viertel bis ein Drittel unserer Schulen und etwa ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler sind mit Ungleichheiten belastet. Sanierungen, Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Digitalisierung: Überall fehlt es an Geld und konsequenter Problemlösung. Wir fordern: Unsere Schulen müssen Paläste der Bildung werden! Ein Milliardenprogramm für Schulen – und keine Nummer kleiner! Für gut qualifizierte Pädagog:innen und multiprofessionelle Teams, neue und sanierte Schulen, für freie und offene Lehr- und Lernmittel. Wir wollen 100.000 neue Stellen für Lehrer:innen und Sozialpädog:innen schaffen mit 10 Prozent Vertretungsreserve. Zum Lehren und Lernen gehört eine digitale Grundsicherung für alle – öffentlich finanziert! Damit drängen wir auch den Lobbyismus durch internationale Plattformbetreiber und die EdTech-Industrie an Schulen zurück. Hierfür muss das Antragswesen des Bundes deutlich vereinfacht werden, es braucht mehr Dauerfinanzierungen anstatt befristeter Projekte und Gelder müssen nach sozialen Kriterien verteilt werden. 

Gemeinsam lernen statt Ausgrenzung und Benachteiligung!

Bildung hängt hierzulande immer noch vom Geldbeutel der Familie ab. Das gegliederte Schulsystem ist ein Brandbeschleuniger für soziale Ungleichheit. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die ohne Abschluss die Schule verlassen, wird seit Jahren nicht geringer, inklusive Bildung nur schleppend umgesetzt. Daher wollen wir die Gemeinschaftsschulen und ganztägiges, inklusives Lernen stärken. Gemeinsames solidarisches Lernen statt Konkurrenz und Notendruck motiviert. Wir fordern zudem einen Rechtsanspruch auf inklusive Bildung. Das Recht auf das gemeinsame Lernen in einer Regelschule gehört in jedes Schulgesetz. Eine Abkehr von Schulempfehlungen entlastet übrigens auch Lehrkräfte. 

Lernen verändern – kein Zurück in den alten Trott!

Neue Schule braucht Offenheit und Fehlerkultur, Unterstützung und Kooperation, fächerübergreifendes Lernen und alternative Prüfungsformate. Mit ständigem Leistungsdruck von Test zu Test, von Prüfung zu Prüfung werden Bildungsungleichheiten verfestigt, denn nicht alle können sich teure Nachhilfe leisten, um diesem Druck standzuhalten. Kreativität, Selbstbestimmung und Neugier gehen verloren. Wir wollen eine Lernkultur der Mitbestimmung, praktische und kreative Lernformate – wir wollen Schulen öffnen für „Systemsprenger:innen“ im allerbesten Sinne, die Kunst, Handwerk und andere Berufe in die Schule hineinbringen und neues Lernen ermöglichen. Die Pandemie hat auch gezeigt, dass anderer Unterricht und andere Prüfungen zu besseren Leistungen führen können. Das motiviert und reduziert Bildungsungerechtigkeiten.

Bildungsgerechtigkeit bundesweit regeln!

All das geht nicht im derzeitigen System aus verteilten Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern, Kommunen, Schulträgern und Schulen, in dem niemand verantwortlich sein muss. Daher fordern wir eine Gemeinschaftsaufgabe Bildung im Grundgesetz, die die nötige Finanzierung sichert und ein Bildungsrahmengesetz für gleiche Rechte, Ziele, Standards und vergleichbare Ausstattung. Damit Schulwechsel und Umzüge für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte kein Problem werden oder neue Ungleichheiten verursachen. Im Rahmen dieser Standards sollen Länder weiterhin das vielfältige Leben vor Ort in Lehrpläne und Entscheidungen einfließen lassen. Chancengleichheit muss bundesweit geregelt werden.

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