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Foto: Britta Pedersen/dpa
Foto: Britta Pedersen/dpa

Merkel muss "Generation Altersarmut Ost" verhindern

Nachricht von Dietmar Bartsch,

Ostlöhne über 1.000 Euro weniger wert für die Rente

Das Land diskutiert zurecht über eine Grundrente und die Hochwertung niedriger Löhne von Menschen, die ihr gesamtes Leben gearbeitet haben. Diese Absicht von Arbeitsminister Hubertus Heil ist richtig. Leider wird  übersehen, dass Union und SPD in der Regierung vor zwei Jahren beschlossen haben, die Löhne der sechs Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Ostdeutschland bis 2025 in der Rentenberechnung faktisch abzuwerten. Das hat gravierende Auswirkungen, wie aus einer Antwort [PDF] der Bundesregierung auf eine Anfrage von Dietmar Bartsch hervorgeht.

Schon in diesem Jahr ist der jährliche Durchschnittslohn im Osten (monatlich 2.600 Euro brutto) aufgrund dieser Regelung für die Rente über 1.000 Euro weniger wert als 2018. Bis 2025 werden es knapp 4.000 Euro im Jahr sein, die der Rente weniger zugrunde gelegt werden. Aufgrund des niedrigeren Lohnniveaus im Osten werden die Löhne bislang bei der Rente mit einem Faktor umgerechnet. Mit der derzeit schrittweise vollzogenen Angleichung der Rentenwerte wird diese Umrechnung aber abgeschmolzen.

Bartsch appelliert vor dem Hintergrund dieser neuen Zahlen an die Bundesregierung: „Kanzlerin Merkel hat in 14 Jahren viel zu wenig für Ostdeutschland getan. Ich fordere Frau Merkel auf, ihre Restzeit als Kanzlerin dafür zu nutzen, die verheerende faktische Abwertung der Ostlöhne zu stoppen. Solange sie strukturell 20 Prozent niedriger sind als im Westen, muss der Umrechnungsfaktor in der Rente bleiben. Ansonsten organisiert die Bundesregierung eine künftige Generation Altersarmut Ost.“

 

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