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Mein Allgäu-Tag 2012

Im Wortlaut von Petra Pau,

Wie in jedem Jahr sind die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE während der so genannten Parlamentarischen Sommerpause viel in ihren Wahlkreisen unterwegs. Vor Ort nehmen sie sich der Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger an, besuchen Betriebe und Vereine, engagieren sich für lokale und regionale Anliegen. Auf linksfraktion.de schreiben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier über ihren Sommer im Wahlkreis.

Petra Pau und Alexander Süßmaier besuchen das Technische Hilfswerk in Memmingen

 

Von Petra Pau

2008 war ich in Memmingen. Die Allgäu-Stadt hatte sich rausgeputzt, historisch. Es war Sommer, „Wallenstein-Sommer“. Alle vier Jahre erinnert Memmingen sich und seine Gäste daran, dass der große Feldherr 1630 hier gewesen sein soll. Geschichte wird nachgespielt, mit viel Tamm-Tamm, ehrwürdigem Handwerk, farbenfroh, bierernst und feuchtfröhlich.

Nächste Woche ist wieder „Wallenstein-Sommer“. Plakate verkünden es allerorten. Vielleicht schaue ich vorbei. Schließlich habe ich Urlaub, in der Nähe. Vorerst aber führten mich andere Gründe in das Zentrum der mittelalterlichen Reformation - gemeinsam mit meinem Fraktionskollegen Alexander Süßmair sowie weiteren Genossinnen und Genossen.

Mein „Allgäu-Tag“ hat seit über zehn Jahren Tradition. Seither besuche ich mit der Allgäu-Linken, anfangs noch PDS, einen Urlaubstag lang Initiativen, Organisationen, Einrichtungen vor Ort. In Kempten, in Füssen, in Kaufbeuren… Mal ging es ums Soziale, mal um die Umwelt, diesmal um Kultur. Wir waren beim THW, in der MEWO Kunsthalle und bei der Landesbühne Schwaben.

Technisches Hilfswerk und Kultur? Ja, bestätigten mir die THWler, zuständig für das Unterallgäu. Die „Kultur des Helfens“ sei ihr Motiv. Die allermeisten ehrenamtlich und in der Not oft unersetzbar. Das THW gehört in mein Ressort als Innenpolitikerin. Die Probleme sind bekannt: Die Bürokratie nimmt zu, die Technik muss erneuert werden, die Kultur des Dankes hat Reserven.

Einst beherbergte das ehrwürdige Gebäude die königlich-bayerische Post. Heute ist es Domizil der MEWO, eine Heimstatt für zeitgenössische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, internationale Fotografie. Das ME kommt von Memmingen, das WO von Wohnungsgenossenschaft. Ohne sie und ihr gemeinsames  Kulturengagement gäbe es das Memminger Kleinod nicht.

„Die eine Hälfte hier in der Stadt, die andere auf Tournee, bis nach Baden-Württemberg und in die Schweiz.“ So sehe der Spielplan der Landesbühne Schwaben aus, schilderte uns ihr Pressesprecher. Anders könne das kleine Ensemble nicht überleben. Ich übersetze für mich: Immer mehr Kultur basiert hierzulande auf schöpferischer Selbstausbeutung. Ein Armutszeichen.

Gewiss: Wir waren auch diesmal auf keiner Groß-Kundgebung, auf keiner Massen-Demo, bei keiner spektakulären Besetzung. Unser Allgäu-Tag fand im ganz Alltäglichen statt, bei viel Engagement und zunehmenden  Problemen. Da hört für mich das Linke nicht auf, aber da fängt es an. Und so danke ich der LINKEN im Allgäu erneut. Bis nächstes Jahr und zwischendurch.

 

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