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LINKE Männer in „Frauenberufen“

Nachricht,

»Pünktlich zum Weltfrauentag avanciert DIE LINKE zur ersten rein weiblichen Bundestagsfraktion in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Am 8. März werden ausschließlich weibliche Abgeordnete der LINKEN am Rednerpult des Deutschen Bundestages stehen, während die männlichen MdB am Weltfrauentag Tagespraktika in sogenannten ‚Frauenberufen‘ ableisten werden«, erklärt Yvonne Ploetz, frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die Aktion am Internationalen Frauentag am 8. März.

Hier finden Sie die männlichen MdB der Fraktion am 8. März:

Dietmar Bartsch

»Es gibt die „typischen Frauenberufe“ – im Alltag und im Denken.

Ich weiß, im Alltag von Eltern, in der Arbeit von ErzieherInnen  sind die Benachteiligung und Ungleichbehandlung von Frauen „zu Hause“:  niedrige Löhne, tradiertes Rollenverständnis in der Familie u.v.a.m.

Ich mache am 8. März in einer Kita in Hagenow ein „Praktikum“ und bin neugierig darauf, ob ich es packe, von den Kindern akzeptiert zu werden und gemeinsam mit ihnen einen Teil des Tages zu verbringen. Neugierig darauf, wie Erzieherinnen und Eltern auf den „Kollegen auf Zeit“ reagieren, worüber sie mit mir reden möchten und wie sie diese Aktion unserer Fraktion finden.«

Kindertagesstätte Matroschka, Möllner Straße 18, 19230 Hagenow

Herbert Behrens 

»Die Idee, 2012 ein Tagespraktikum in einem frauentypischen Beruf zu absolvieren, habe ich sofort gern unterstützt. Ich werde am Frauentag in der Küche des Kreiskrankenhauses Osterholz in meinem Wahlkreis arbeiten. Solche Küchenarbeit wird immer noch als typische Frauenarbeit gesehen. Ich möchte mein Praktikum dazu nutzen, mir eine Bild von der Arbeit und den täglichen Belastungen, die diese Arbeit für die Frauen mit sich bringt, zu machen. Aber vor Allem möchte ich sie an diesem Tag natürlich tatkräftig unterstützen und auf die besondere Situation von berufstätigen Frauen hinweisen.«

 

5.30-14:45 Uhr: Küchenkantine im Kreiskrankenhaus Osterholz, Am Krankenhaus 4, 27711 Osterholz-Scharmbeck


Herbert Behrens beim Portionieren: Lesen Sie hier einen Praktikumsbericht!

 

Harald Weinberg

»Im Gesundheitsbereich ist Diskriminierung von Frauen und ihrer Arbeit leider weit verbreitet. Das Gesundheitswesen ist weiblich, besonders in den Bereichen der Pflege und der Assistenz. Das ist überwiegend sehr schwere, aber sehr schlecht bezahlte Arbeit. Rund 86 % der Pflegenden sind Frauen, nur in den Führungsetagen ist das Verhältnis umgekehrt.

Ich werde im Klinikum Nürnberg ein Praktikum im Bereich der geriatrischen Pflege machen und erhoffe mir dadurch Eindrücke, die mich darin bestärken sollen, gerade auch für diese Beschäftigtengruppen eine Politik zu machen, die ihre Lage verbessert.«

 

ca. 9-15 Uhr: Klinikum Nürnberg Nord, Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1, 90419 Nürnberg

Harald Koch

»Zum Frauentag am 8. März gehe ich in die Sangerhäuser Kita „Tausend-Fühler“. Kinderbetreuung ist ein soziales Recht für Eltern und Kinder, die wie Erzieher_innen unter kaputtgesparten Einrichtungen leiden. Gerade Frauen übernehmen oftmals Erziehungs- und Betreuungsarbeit, ob zuhause oder in der Kita. Ich möchte zeigen: Dies ist keine Selbstverständlichkeit! Es ist gesellschaftlich wertvolle und anspruchsvolle Arbeit. Eine Arbeit, die auch Männer gerne übernehmen dürfen. Ebenso möchte ich unterstreichen, dass sich die Arbeitsbedingungen und Löhne der Erzieher_innen dringend verbessern müssen.«

 

Kita "Tausend-Fühler", Leiterin Frau Carola Fischer, Fritz-Hempel-Straße 11, 06526 Sangerhausen


Harald Koch in der Kita "Tausend-Fühler"

Jörn Wunderlich

»Kinder sind unsere Zukunft! Wie schön das klingt. Jeder würde diesen Satz wohl sofort überzeugt unterschreiben. Alle wünschen sich glückliche Kinder, die ihre Umwelt zu entdecken versuchen.

Ein Land aber, das Kinderlachen zu laut findet, ist ein Land ohne Zukunft!

Kinder können sich dort am besten entwickeln, wo sie sich wohlfühlen und ihre Fähigkeiten frei entfalten können.

Nun will ich es als familienpolitischer Sprecher genau wissen und am 08. März im Evangelischen Kindergarten in Limbach-Oberfrohna die Arbeit der Erzieherinnen tatkräftig unterstützen.«

 

8.30-16 Uhr: Evangelischer Kindergarten, Lutherstr. 7, 09212 Limbach-Oberfrohna


Mittagessen in der Kita: Jörn Wunderlich mit den Kleinen

Lesen Sie auch den Bericht von Jörn Wunderlich: Mein Tag im Kindergarten

Steffen Bockhahn

»Am 8. März helfe ich morgens dem Reinigungsteam eines kommunalen Wohnungsunternehmens. Wir gehen gemeinsam putzen und reden auch über benachteiligte Frauen, Arbeitnehmerinnen und Mütter. Vor kurzem war ich zu Besuch bei einem Rostocker Verein namens Wohltat e.V., der unter anderem eine Suppenküche betreibt. Die engagierte Chefin weiß, wie viele Frauen hart schuften und trotzdem weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Recht hat sie, denn jede dritte Frau mit einer Vollzeitstelle bezieht nur einen Niedriglohn. Das muss sich ändern!«

 

ab 7.30 Uhr: Unterwegs mit den "Putzfeen" der WIRO der kommunalen Wohnungsgesellschaft in Rostock, ab Lange Str. 33, 18055 Rostock (Flure fegen, wischen)


Einsatz mit "Putzfeen": Steffen Bockhahn

Stefan Liebich

»Für die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern gibt es viele vernünftige Gründe. Dennoch ist der Nachholbedarf groß. Warum gibt es in Deutschland 89,7% Friseurinnen und nur 10,3% Friseure, aber der bekannteste Berliner Friseur heißt Udo? Bereits 1989 habe ich im Sommer in einem "Dienstleistungswürfel" in Berlin-Marzahn bei einem Friseur gearbeitet. Um zu erfahren, wie es heute auf der anderen Seite des Frisierstuhls aussieht, mache ich am 8. März im Salon Kuschan im Prenzlauer Berg ein Kurz-Praktikum. Vielleicht erfahre ich dann, weshalb der Beruf auch heute noch als für Männer unattraktiv gilt.«

 

10-12 Uhr: Friseur-Salon Kuschan in der Winstr. 12, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg


Stefan Liebich putzt

Niema Movassat

»"Erziehung ist weiblich" - so ähnlich lässt sich der Status quo der Kindererziehung zusammenfassen. Ob in Kindergärten oder Kitas, Kinder werden in aller Regel von Frauen erzogen. Problematisch sind diese Arbeitsverhältnisse in zweierlei Hinsicht: zum einen sind die Erzieherinnen absolut unterbezahlt, prekär beschäftigt und ihre Arbeit wird wenig wertgeschätzt. Zum anderen werden die Geschlechterverhältnisse durch die kaum vorhandene Durchmischung in diesen Berufen zementiert. Am 8. März gehe ich daher in meinen ehemaligen Kindergarten und unterstütze die Kindergärtnerinnen bei ihrer Arbeit.«

 

10.45-15 Uhr: Evangelische Kinder-Tages-Einrichtung, Nohlstr.6-8, 46045 Oberhausen

Ralph Lenkert

»Nach wie vor wird der Pflegeberuf in Deutschland überwiegend von Frauen ausgeübt. Den Lebensabend der älteren Generation lebenswert zu gestalten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die speziell Frauen mit hohem physischen und psychischem Einsatz erfüllen. Leider wird das oft finanziell und ideell nicht gebührend anerkannt. Mit meinem Dienst im Alten-/Pflegeheim der Volkssolidarität am 8. März in Gera möchte ich den Frauen für ihre aufopferungsvolle Arbeit danken und auf diesen unhaltbaren Zustand aufmerksam machen.«

 

8-16 Uhr: Ganztagsschicht im Senioren- und Pflegeheim der Volkssolidarität, De-Smit-Straße 34, Gera


Ralph Lenkert (r.) im Gespräch mit einer älteren Dame

Lesen Sie auch den Bericht von Ralph Lenkert: Ein Tag in der Seniorenbetreuung

Alexander Ulrich

»Ähnlich wie andere Berufe im sozialen Bereich wird der Beruf der KindergärtnerIn deutlich unterbezahlt. Soziale Arbeit „genießt“ einen sehr niedrigen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Gleichzeitig aber werden an diese Berufsgruppen enorme Anforderungen gestellt. Ich möchte während meines Praktikums in der Kita erfahren, mit welchen Schwierigkeiten ErzieherInnen konfrontiert sind, aber auch über positive Erlebnisse ihrer Arbeit sprechen. Interessant wird sein, ob, wie und warum sich die Situation in der Kita in den letzten Jahren verändert hat und wie die ErzieherInnen selbst diesen Widerspruch zwischen Anforderungen und Gehalt einschätzen.«

 

8.30-16 Uhr: Kita, Reichenberger Str. 92, 10999 Berlin


Matthias W. Birkwald, Alexandra Achterberg, Jo Karpfinger, Christina Giersch, Alexander Ulrich

Matthias W. Birkwald

»Melde mich zum Kinderdienst!

Immer noch erziehen überwiegend Frauen die Kinder, pflegen Familienangehörige oder schmeißen den Haushalt und arbeiten deshalb in Teilzeit- /Minijobs. Ergebnis: Weniger Verdienst, später weniger Rente und Altersarmut.

Kinderbetreuung ist immer noch ein typischer, unterbezahlter Frauenberuf.

In den Kitas brauchen wir qualifizierte Frauen UND Männer. Die Kleinen sollen lernen, dass grundsätzlich alle Berufe beiden Geschlechtern offen stehen und dass auch Männer im Alltag ihre Frau stehen können.«

 

8.30-16 Uhr: Kita, Reichenberger Str. 92, 10999 Berlin

Richard Pitterle

»Von klein auf bin ich mit dem 8. März als Internationalen Frauentag aufgewachsen: In der Tschechoslowakei wurde an diesem Tag den Frauen für ihre Arbeit gedankt. In meiner Jugendzeit habe ich vor Textilfabriken rote Nelken verteilt. Deshalb freue ich mich, an diesem 8. März ein Praktikum im Augenoptikgeschäft Brillenkammer in Berlin-Friedrichshain machen zu dürfen. Im ersten Moment denkt mensch vielleicht, „so ein typischer Frauenberuf ist das doch nicht; Augenoptiker gibt es doch viel eher als Kindergärtner“. Die Statistik aber zeigt, 75% aller Auszubildenden in der Augenoptik sind weiblich.«

 

Brillenfachgeschäft in Berlin-Friedrichshain: Brillenkammer, Grünberger Straße 58, 10245 Berlin

 

Ulrich Maurer »Der Friseur-Beruf wird immer noch hauptsächlich von Frauen ausgeübt. Aber wieso ist die Friseurbranche für Männer so unattraktiv? Warum werden gerade in diesem Dienstleistungsgewerbe die niedrigsten Löhne gezahlt?   Die Friseurinnen arbeiten sehr hart und werden sehr schlecht bezahlt.   Am 8. März werde ich ein Kurz-Praktikum im Friseurladen „Haar-Scharf“ in Berlin Kreuzberg machen und werde so einen Einblick in den Beruf und die damit verbundenen Sorgen der MitarbeiterInnen gewinnen. Ich bin gespannt auf den FriseurInnen-Alltag und die neuen Eindrücke.«
Friseurinnen Haar-Scharf, Graefestr. 68, 10967 Berlin-Kreuzberg


Ulrich Maurer um Gespräch mit der Chefin
  Jan van Aken

»Nach vielen Jahrzehnten des Kampfs um Gleichberechtigung sollte die unsägliche Trennung von Frauen- und Männerberufen wirklich längst obsolet sein. Und doch herrscht sie weiter fort – auch und gerade bei der Bezahlung, was ich einfach nur skandalös finde. Ich werde mein Praktikum am Internationalen Frauentag beim Behandlungszentrum für Folteropfer in Berlin absolvieren. Ich werde dort in der Tagespflege und in der Pflegefachschule arbeiten – beides Bereiche, in denen noch immer in erster Linie Frauen arbeiten. Und beides Bereiche, die bis heute viel zu schlecht bezahlt werden! Von den schwierigen Bedingungen bei der Arbeit mit Menschen mit schweren Traumatisierungen oder Flucht- und Migrationsgeschichten möchte ich mir selbst am 8.3. ein Bild machen, um in Zukunft um so entschiedener für Friedenspolitik, aber auch für gute Bezahlung und das Ende der Geschlechter-Stigmatisierung von Berufen streiten zu können.«

Zentrum für Flüchtlingshilfen und Migrationsdienste (zfm) unter der Trägerschaft des Behandlungszentrums für Folteropfer Berlin e.V. im Zentrum ÜBERLEBEN, Turmstr. 21, 10559 Berlin


Jan van Aken (m.) im zfm

Paul Schäfer

»Der Frauenanteil in Sozialberufen liegt jenseits der 80%. Bei unterdurchschnittlicher Bezahlung und überdurchschnittlicher psychischer Belastung leisten Frauen hier unentbehrliche Arbeit für ein soziales und solidarisches Zusammenleben.
  In meinem Praktikum am Zentrum für Flüchtlingshilfen und Migrationsdienste (zfm, www.migrationsdienste.org) hoffe ich auf Eindrücke von der Arbeitssituation in einem ebenso sensiblen wie wichtigen Berufsfeld. Um sich in die Gesellschaft, in der sie Zuflucht gefunden haben, integrieren zu können, erhalten Migrantinnen und Migranten in diesem Zentrum soziale und lebenspraktische Hilfen wie Deutschkurse oder berufsqualifizierende Angebote.«

Zentrum für Flüchtlingshilfen und Migrationsdienste (zfm), Turmstr. 21, 10559 Berlin  

 

Außerdem machen Praktikum:

  • Roland Claus

Agiert als Host(ess) beim 15. OSV (Ostdeutscher Sparkassenverband)-Tourismusforum, Ort: ICC Berlin, 11-13 Uhr, ICC Berlin, Saal 3

  • Klaus Ernst

Essensausgabe in Schweinfurt

  • Gregor Gysi

Kita "Waldspielhaus" Adlergestell 592, 12527 Berlin

  • Michael Schlecht

Kochen im Kinderladen in Stuttgart

  • Frank Tempel

Freizeittreff Regenbogen (eine Einrichtung des demokratischen Frauenbunds) sowie nachmittags Diskussionsrunde zu "Frauen und Ehrenamt"

  • Andrej Hunko

VAMV - Verband alleinerziehender Mütter und Väter Ortsverband Aachen e.V. Vaalser Str. 108 52074 Aachen

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