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Kinderarmut endlich den Kampf ansagen

Nachricht von Sabine Zimmermann,

Ende 2016 gab es 167.735 Kinder, deren Eltern den so genannten Kinderzuschlag1 bezogen, darunter waren 143.531 Kinder unter 15 Jahren.  Ein Jahr zuvor lag die Zahl der sogenannten KIZ-Kinder noch bei 152.299, darunter 131.469 unter 15-Jährige.

Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine entsprechende Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor.  

Die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE erklärt dazu:

"Für eines der reichsten Länder der Erde ist es beschämend, dass so viele Kinder von Armut betroffen sind. Statt unbeschwert aufwachsen zu können lernen sie Entbehrungen kennen. Die Bundesregierung war 4 Jahre lang untätig und hat nichts gegen die hohe Kinderarmut unternommen. Ein umfassendes Konzept zur Bekämpfung von Kinderarmut ist längst überfällig. Die Leistungen für Kinder müssen erhöht und eine eigenständige Kindergrundsicherung eingeführt werden."

Zimmermann weiter: 

"Insbesondere geht es aber auch um gute Arbeit für die Eltern der Kinder. Prekäre Beschäftigung wie Leiharbeit, Teilzeit und Minijobs muss zurück gedrängt, der Mindestlohn auf 12 Euro erhöht werden. Ebenso müssen aber auch bessere Kinderbetreuungsangebote geschaffen werden, insbesondere in den so genannten Randzeiten."  


1 Zum 1. Januar 2005 wurden mit dem Vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (BGBl. I 2003, 2954) Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II (ALG II) zusammengelegt. Um einer Situation vorzubeugen, in der Familien allein wegen ihrer Kinder in die neue Leistung Arbeitslosengeld II wechseln, wurde gleichzeitig ein Kinderzuschlag eingeführt. Der Kinderzuschlag ist für die Eltern vorgesehen, die zwar mit eigenem Einkommen ihren (elterlichen) Bedarf abdecken (Mindesteinkommensgrenze), jedoch ohne den Kinderzuschlag wegen des Bedarfs der Kinder Anspruch auf Arbeitslosengeld II hätten.