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Keine Kompromisse mit Militär und Adel

Im Wortlaut von Inge Höger,

Wie in jedem Jahr sind die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE während der so genannten Parlamentarischen Sommerpause viel in ihren Wahlkreisen unterwegs. Vor Ort nehmen sie sich der Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger an, besuchen Betriebe und Vereine, engagieren sich für lokale und regionale Anliegen. Auf linksfraktion.de schreiben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier über ihren Sommer im Wahlkreis.

Inge Höger (links vorne) und Katrin Vogler (rechts vorne) beim Erkunden der Emsquellen

 

Von Inge Höger

 

Am Samstag, dem 25. August 2012, waren die ostwestfälischen Kreisverbände der LINKEN mit vielen Freunden in der sonnigen Senne unterwegs. Der Sennetag begann mit einer naturkundlichen Führung zu den Emsquellen. Nach einer Stärkung mit Kaffee und selbstgemachtem Kuchen auf dem Familienfest der LINKEN Paderborn folgte eine Erkundungsfahrt durch den Truppenübungsplatz Senne. Zum Ausklang trafen sich alle wieder beim Fest im Freizeitpark Bad Lippspringe.



Naturschönheiten an den Emsquellen

Bereits der kurze Rundgang durch die blühende Heide an den Emsquellen mit Naturparkführer Michael Schwan zeigte den besonderen Reiz der Senne. Die Ems ist nur eines der zahlreichen oft naturnahen Fließgewässer in der größten zusammenhängenden Heidelandschaft Nordrhein-Westfalens. Lichte Mischwälder mit Eichen, Birken und Kiefern bieten schon jetzt Lebensraum für 5000 Tier- und Pflanzenarten. 900 davon stehen auf der Roten Liste. Sollte es gelingen, aus den Fehlern der Vergangenheit  zu lernen und zu einer naturnahen Wald- und Heidebewirtschaftung zurückzukehren, könnte die Senne ein einzigartiges Natur- und Kulturerbe werden. Ich finde, das sind gute Voraussetzungen, um die Ferienregion Teutoburger Wald, die zahlreichen Kurbäder und damit auch die Gesundheitsregion Ostwestfalen attraktiver zu machen.


Der Truppenübungsplatz: Krieg-Üben vergiftet die Natur

Die Schönheiten der Senne zeigte auch Bernhard Krewet, Ratsherr der LINKEN vor Ort, während der Busfahrt durch das Truppenübungsgelände. Dabei wurde klar, dass Naturschutz und militärische Nutzung nicht miteinander zu vereinbaren sind. Die Spuren von 120 Jahren Krieg-Üben sind erschreckend: Hochgiftiger Phosphor aus dem 1. Weltkrieg, Treibstofftanks aus dem 2. Weltkrieg und zahllose Munitionsdepots sind Zeitbomben. An den über 20 Schießbahnen hat der millionenfache Beschuss Bäume und Büsche „abrasiert“. Hochgiftige Munitionsreste bis hin zu abgereichertem Uran stecken in den kahlen Dünen und grünen Wiesen. 


Erschrocken waren wir über das neueste der zahlreichen „Kampfdörfer“. Den Mittelpunkt des „Dorfes“ bildet eine bunte Moschee! Laut einem britischen Stabsoffizier sollen dort "die Soldaten ... den Umgang mit anderen Kulturen lernen.“ Ich finde das bitterböse und überaus zynisch! 


Während der ganzen Fahrt durch die Senne wurden wir – unabgesprochen - durch Feldjäger eskortiert. Sie hatten ein strenges Auge darauf, dass die vorgegebenen Richtlinien für eine Fahrt durch das militärische Übungsgebiet nicht verletzt wurden. 



DIE LINKE fordert, dass der Nationalpark kein Flickenteppich werden darf. „Die Gebiete des Prinzen zur Lippe sollten Bestandteil des Nationalparks werden,“ betont Michael Pusch, Sprecher des Kreisverbandes DIE LINKE Gütersloh. "Bevor allerdings über Flächentausch und Entschädigungen gesprochen wird, sollten wir klären, wer überhaupt rechtmäßiger Eigentümer der „Fürstenwälder“ ist. Der Kreissprecher erinnerte daran, dass sich die Prinzen zu Lippe, wie viele andere Adelige, bereichert haben, indem sie die Allmenden vereinnahmten. Das waren landwirtschaftliche Nutzflächen, die zuvor Gemeineigentum waren. Der Truppenübungsplatz Senne ist seit über 100 Jahren ein Ort, an dem das Töten gelehrt und geübt wird. Ich meine, damit muss endgültig Schluss sein.“

 

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