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Jugendsozialarbeit, die passt

Im Wortlaut von Axel Troost,

Wie in jedem Jahr sind die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE während der so genannten Parlamentarischen Sommerpause viel in ihren Wahlkreisen unterwegs. Vor Ort nehmen sie sich der Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger an, besuchen Betriebe und Vereine, engagieren sich für lokale und regionale Anliegen. Auf linksfraktion.de schreiben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier über ihren Sommer im Wahlkreis.

Beim Besuch des Vereins "Schule & Beruf Berlin" diskutiert Axel Troost über Politik, seine Schuhgröße und die Gestaltung lebenswerter Zukunft.

 

Von Axel Troost

 

„Ihr wollt zu uns kommen? Für uns hat sich noch nie ein Abgeordneter des Deutschen Bundestages interessiert!“ So klang es aus dem Hörer, als ich mich für einen Besuch beim „Schule & Beruf Berlin e.V.“ angemeldet hatte. Letzte Woche war es dann soweit, gegen Mittag wurde ich von den SchülerInnen und MitarbeiterInnen herzlich empfangen.

Schule & Beruf Berlin e.V. bietet im Rahmen der Jugendberufshilfe sozialpädagogische Unterstützung, Beratung und Begleitung im Übergang von Schule zu Beruf und als Ergänzung einer betrieblichen Berufsvorbereitung oder -ausbildung an. Das Projekt ist ein verlässlicher Partner von Jugendlichen mit sozialpädagogischem Förderbedarf, die gemeinsam mit den PädagogInnen an einer lebenswerten Zukunft arbeiten möchten. Für eine erfolgreiche Jugendsozialarbeit hat sich bei Schule & Beruf die Flexibilität des pädagogischen Personals in Hinblick auf die sich ständig verändernden Anforderungen als wichtigste Säule herausgestellt. Die Arbeit mit den Jugendlichen setzt hohe Anforderungen an Kreativität und Kontinuität bei den Mitarbeitern voraus, die aufgrund ihres großen Engagements immer bereit sind, alles zu geben.

Nach einem Rundgang durch die Räume und einem Kennenlerngespräch mit SchülerInnen und MitarbeiterInnen wurde ich mit einem selbstgekochten Essen der Jugendlichen kulinarisch verwöhnt. Die gemeinsame Zubereitung und Einnahme des Mittagessens gehört zur täglichen Routine der Einrichtung und fördert den zwischenmenschlichen Kontakt und den Zusammenhalt untereinander.

Gestärkt vom Essen nahm ich an einer Unterrichtsstunde teil. Die Jugendlichen konnten alle Fragen loswerden, die sie schon immer mal einem Politiker stellen wollten. Dementsprechend groß war das Interesse. Von persönlichen Fragen nach der Schuhgröße bis hin zu Abgeordnetengehältern und der Organisation des politischen Systems wurde die volle Bandbreite an Fragen ausgeschöpft. Es ist ja auch spannend, wenn man alles fragen darf.

Den Abschluss des Tages bildete ein informatives Gespräch mit der Projektleitung und den MitarbeiterInnen zu ihren Sorgen und Nöten. Trotz der hohen Arbeitsbelastung der Beschäftigten war vor allem die Angst vor möglichen Kürzungen der Finanzmittel des Projektes spürbar. Die Träger des Projektes – die Berliner Kommunen – sind einem enormen Druck zur Reduzierung ihrer Ausgaben ausgesetzt. Dies bekommen auch die Projektleitung und ihre MitarbeiterInnen zu spüren.

Als finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion und Mitglied im Unterausschuss Kommunales ist mir das Problem der Unterfinanzierung der Kommunen und der Bildungsarbeit leider nicht neu. Die drastischen Erfahrungen, die die PädagogInnen mit dieser Problematik sammeln mussten, haben mich trotzdem betroffen gemacht. Daher werde ich auch weiter für eine bessere Finanzausstattung der Kommunen kämpfen, damit die gute Arbeit in Jugendprojekten wie diesem weitergeführt werden kann.

Ein Gegenbesuch hier im Bundestag ist für den Herbst geplant. Meine MitarbeiterInnen und ich freuen uns auf die SchülerInnen.

 

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