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Frauen ganz links

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Ganz links sollen sie stehen, die beiden Gäste, die DIE LINKE zu ihrem Osttermin am 3. Februar nach Halle eingeladen hat. Roland Claus, Ost-Koordinator der Bundestagsfraktion, moderiert an diesem Abend vor vollem Hause im Steintorvarieté in Halle ein Gespräch mit Sahra Wagenknecht und Andrea Ypsilanti. Frau Wagenknecht, in den bürgerlichen Medien verschrien als ewig Linksradikale in der LINKEN, und Frau Ypsilanti, die den westdeutschen Dammbruch wagte in Hessen, als sie ihre SPD in eine Regierung führen wollte unter Tolerierung oder gar in Koalition mit der dortigen LINKEN.

Beiden Frauen eilt also der Ruf voraus, in ihren Parteien ganz links zu stehen. Dass sie überzeugte Linke sind, können sie an diesem Abend beweisen - in Übereinstimmung, aber auch in Abgrenzung voneinander. Dass das soziale Gefüge im Land nicht stimmt, bekunden beide vor mehr als 450 Gästen an diesem Abend. Wie man zu Änderungen gelangen kann, darin sind sie nicht immer einig.

Aber warum auch? Gemeinsam über Lösungen der drängenden Fragen unserer Zeit nachzudenken, sich eine Gesellschaft jenseits von Schwarz-Gelb oder der Schröder-SPD vorzustellen, darin liegt die Chance, die Gesellschaft früher oder später gemeinsam zu verändern: Bestimmt nicht zu einem Alten, einem Gewesenen hin, aber zu einer solidarischen Moderne, in der sicherlich auch Platz bleibt für ein bisschen Sozialismus in Plüsch.

Von Martin Schirdewan