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Die Fraktion beim Castor - Donnerstag, 24.11.2011

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Seit Mittwoch ist die Fraktion bei den Protesten gegen den Castor-Transport im Wendland vertreten: mit zwei Fahrzeugen, die Aktivistinnen und Aktivisten transportieren, und die heiße Getränke und einen Platz zum Ausruhen bereit halten, wenn es mal nötig sein sollte. Seit Donnerstag sind auch die ersten Abgeordneten vor Ort, zum Wochenende werden es noch mehr werden.

09:30

Johanna Voss, stellvertretendes Mitglied der Fraktion im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, war mit ihrem Sohn bei der Schülerdemo in Lüchow. 2000 Schülerinnen und Schüler sind dafür auf die Straße gegangen, dass Gorleben kein endgültiger Lagerplatz für die gefährlichen Behälter von Atommüll wird. SIe war entsetzt darüber, dass die Kinder und Jugendlichen in der Nähe der Demonstration von Beamtinnen und Beamten der Bundespolizei beim Einkaufen kontrolliert wurde: "Es wurde überprüft, ob sie Eier gekauft hatten!"

18 Uhr

Dorothée Menzner, energiepolitische Sprecherin der Fraktion und Obfrau im Untersuchungsausschuss Gorleben, traf am frühen Abend im Wendland ein. Sie besuchte als erstes das von ihr angemeldete Camp in Dahlem bei Dahlenburg. Weil es kurzfristig nötig wurde, ein weiteres Camp als Übernachtungsmöglichkeit einzurichten, wurden die Zelte erst heute aufgestellt. Trotzdem ist alles vorhanden, was für die Zeit der Castor-Proteste nötig ist: es gibt warmes Essen, ein großes Versammlungszelt, Dixie-Klos und sogar fließendes Wasser - wenn auch unter freiem Himmel. Etwa 800-1000 Menschen werden erwartet. Als Anmelderin trägt Dorothée Menzner dieselbe Verantwortung wie bei der Anmeldung einer Demonstration. Für sie ist das "meine Möglichkeit, außerparlamentarisch tätig zu werden und dabei etwas gegen den Castor zu tun: deswegen habe ich das Camp angemeldet".

20 Uhr

Ein kurzer Zwischenstop im Infobüro DIE LINKE, untergebracht im Wahlkreisbüro des niedersächsischen Landtagsabgeordneten Kurt Herzog. Es wird in den nächsten Tagen Tag und Nacht besetzt sein und als Anlaufstelle für alle Aktivistinnen und Aktivisten dienen.

21 Uhr

Auf dem Weg zur nächsten Station sind überall da, wo die Straße die Bahnschienen kreuzt, Polizeiposten zu sehen. Helle Scheinwerfer sind auf die Gleise gerichtet.

Kurz darauf erreicht der rote Fraktionsbus das "Gorleben Project" in Breese bei Dannenberg. Hier arbeiten freie Journalistinnen und Journalisten gemeinsam mit jungen Journalistinnen und Journalisten der Jungen Presse Niedersachsen an Berichten über die Geschehnisse. In einer Scheune haben sie sowohl Schlaf- als auch Arbeitsplätze. Ziel ist, eine tägliche Zeitung zum Castor zu produzieren - und auch selbst zu drucken. Im Nachbargebäude ist eine eigene Druckerei untergebracht. Zwar trennt sie nur eine dicke Wolldecke anstelle der Tür von den Außentemperaturen um den Gefrierpunkt, aber ein solider Ofen sorgt dafür, dass Papier und Drucker nicht auskühlen. Sami Atva, Organisator des Gorleben Projekts, berichtet Dorothée Menzner von den kleinen und großen Schwierigkeiten: "Heute ist das Stromnetz völlig zusammengebrochen. Trotzdem wollen wir pünktlich morgen früh fertig sein." Es steht eine Nachtschicht bevor.
Der Fraktionsverein, ein Zusammenschluss der Abgeordneten, der regelmäßig Geld für solidarische Zwecke vergibt, hat dem Presse-Camp 1.000 Euro zur Verfügung gestellt.

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