Zum Hauptinhalt springen
Foto: istock.com/Morsa Images
Foto: istock.com/Morsa Images

Arbeit im Freien: mehr Krankentage durch Hitze und UV-Strahlung

Nachricht von Jutta Krellmann,

Hitze und Sonnenlicht bei der Arbeit können zu Gefährdungen der Gesundheit führen. Jutta Krellmann hat die Bundesregierung gefragt, wie sich die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage in den letzten zehn Jahren entwickelt hat und wie viele Hautkrebserkrankungen in den vergangenen Jahren als Berufskrankheit anerkannt wunden. Die Ergebnisse sind alarmierend.

Rund 2,4 Millionen Beschäftigte in Deutschland sind im Freien tätig. Fast jeder achte Beschäftigte gibt an, mehr als die Hälfte der Arbeitszeit im Freien zu arbeiten (männliche Beschäftigte: 18,3 Prozent, weibliche Beschäftigte: 4,8 Prozent). Davon geben 38 Prozent an, über die Gefährdungen durch Sonneneinstrahlung beim Arbeiten im Freien unterwiesen worden zu sein (m: 38,0 Prozent, w: 24,7 Prozent).

Im Jahr 2017 gab es insgesamt etwa 40.000 Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) auf Grund von „Schäden durch Hitze und Sonnenlicht“. Knapp zwei Drittel der AU-Tage wegen dieser Diagnose entfallen auf Männer, etwa ein Drittel auf Frauen. Vergleicht man 2008 und 2017 hat sich die Anzahl der AU-Tage mehr als verdoppelt. In den letzten zehn Jahren schwankt die Anzahl der AU-Tage, nimmt aber in der Tendenz zu.

Seit 2015 ist Hautkrebs durch arbeitsbedingte UV-Strahlung als Berufskrankheit anerkannt. Nach Lärmschwerhörigkeit handelt es sich um die häufigste anerkannte Berufskrankheit. Die Anzahl der angezeigten Berufskrankheiten auf Grund dieser Diagnose sind von 7.726 im Jahr 2015 auf 8.557 im Jahr 2017 angestiegen (+ 10,8 Prozent). 2017 wurden 95,7 Prozent von Männern und 4,4 Prozent von Frauen angezeigt. Schädliche UV-Strahlung kann nach Aussage der Bundesregierung durch technische oder organisatorische Maßnahmen vermieden bzw. minimiert werden.

Jutta Krellmann, Sprecherin der Fraktion für Mitbestimmung und Arbeit, kommentiert:

„Hitze und brennendes Sonnenlicht können krank machen. Deshalb müssen Beschäftigte, die im Freien arbeiten, besonders geschützt werden. Hier sind die Arbeitgeber in der Pflicht. Doch Arbeitgeber können sich um Schutzmaßnahmen drücken, weil es kaum staatliche Arbeitsschutzkontrollen gibt. Wir brauchen deshalb mehr staatliches Kontrollpersonal. Der beste Arbeits- und Gesundheitsschutz sind starke Betriebsräte. In der Baubranche haben nur noch 3 Prozent der Betriebe einen Betriebsrat. Das ist besorgniserregend. Die Bundesregierung muss Betriebsratswahlen erleichtern und Betriebsräte besser schützen.“

Hier können Sie die Auswertung der Ergebnisse im Einzelnen als PDF herunterladen.

Hier können sie das Antwortschreiben zur Entwicklung der Arbeitsunfähigkeitstage als PDF herunterladen.

Hier können sie das Antwortschreiben zur Entwicklung der als Berufskrankheit anerkannten Hautkrebsfälle als PDF herunterladen.

Auch interessant