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Antifaschistische Kämpferinnen aus Polen im Bundestag

Nachricht,

„Ohne Euren antifaschistischen Kampf gäbe es keine Demokratie!“

Die polnisch-jüdische Partisanin Janina Duda (links) und die ehemalige Kompaniebefehlshaberin Adela Żurawska zu Gast bei der Fraktionssitzung in Berlin

 

Mit großem Beifall und Anerkennung wurden am Montag in der Bundestagsfraktion DIE LINKE. zwei herausragende antifaschistische Widerstandskämpferinnen aus Polen begrüßt. Anschließend besuchten sie auf Einladung der Abgeordneten Sevim Dağdelen und Harald Koch den Deutschen Bundestag. Die polnischen Gäste waren sehr gerührt von dieser Wertschätzung der Fraktion, insbesondere als eine der Abgeordneten im Reichstagsgebäude an sie herantrat und erklärte: „Ohne Euren antifaschistischen Kampf gäbe es keine Demokratie!“.

Die polnisch-jüdische Partisanin Janina Duda und die ehemalige Kompaniebefehlshaberin Adela Żurawska aus dem legendären Frauen-Bataillon „Emilia-Plater“ waren Gäste der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) beim diesjährigen Tag der Mahnung und Erinnerung am 9. September.

Janina Duda floh im Herbst 1941 vor einer Deportierung ins Ghetto in Białystok. Zu Fuß erreichte sie über Polesien und Wolhynien eine sowjetischen Partisaneneinheit unter Generalmajor Saburow. Sie wurde anschließend als Fallschirmspringerin ausgebildet und in Kommando-Aufträgen hinter den feindlichen Linien als Partisanin der Armia Ludowa (Volksarmee) abgeworfen, um den Widerstand zu unterstützen. In ihren Erinnerungen unterstrich sie, dass in ihrer Einheit auch deutsche Wehrmachts-Deserteure tapfer gegen die Faschisten gekämpft haben.

Adela Żurawska wurde als 16-jähriges Mädchen vom NKWD nach Krasnouralsk in Sibirien verschleppt und arbeitete dort in einer Kupfermine. Nach einer Amnestierung der polnischen Sibirien-Verschleppten und der Formierung der 1. Polnischen Armee in Sielce bei Moskau trat sie in das Selbständige Frauen-Bataillon „Emilia Plater“ ein. Nach der Offiziersausbildung in Rjasan wurde sie Befehlshaberin einer Kompanie des Frauen-Bataillons „Emilia Plater“, die bei der Schlacht von Lenino auch an vorderster Front kämpften. Es sollte daran erinnert werden, dass zwanzig ihrer Jahrgangs-Kolleginnen das Kommando über ausschließlich männliche Einheiten an der Ostfront übernahmen.

„Mir wurde erst im Laufe unserer Kämpfe bewusst, was der Faschismus bedeutet – als wir das KZ Majdanek befreit haben und ich 1945 das befreite KZ Auschwitz besuchte“, erinnerte sich Adela Żurawska in Berlin. In Berlin, wo der der II. Weltkrieg seinen Beginn nahm, kämpften im Tiergarten zwischen S-Bhf. Tiergarten und Siegessäule auch polnische Frauen-Soldaten der 1. Tadeusz Kościuszko Division. Zwei ihrer Soldaten-Freundinnen sind im Tiergarten gefallen.

Die polnischen Kämpferinnen der Vereinigung der Polnischen Kombattantinnen (ZKRP i BWP) und der Vereinigung Jüdischer KombattantInnen und Kriegsgeschädigten sind bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr Gäste der VVN-BdA, nachdem sie bereits am 9. Mai zum Tag des Sieges im Treptower Park empfangen wurden.

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