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Mehrwegflaschen

Themenpapiere der Fraktion

Das Mehrwegflaschensystem für weniger Ressourcenverbrauch

Verpackungen und damit entstehender Abfall sind für alle ein ersichtliches Problem. Die Abfallrahmenrichtlinie der Europäischen Union und das Kreislaufwirtschaftsgesetz als deren Umsetzung in deutsches Recht sehen die Abfallvermeidung als höchste Priorität in der vorgegebenen fünfstufigen Abfallhierarchie:

  1. Vermeidung – Verzicht oder Einsparung von Produkten (z. B. Verpackungen)
  2. Wiederverwendung – Weiternutzung ausgemusterter aber funktionsfähiger Produkte
  3. Stoffliche Verwertung – meint Recycling
  4. Energetische Verwertung – Verbrennung mit Energienutzung
  5. Abfallentsorgung – meint Müllverbrennung

Ein wichtiger Weg hierzu ist die Wiederverwendung von Verpackungsmaterialien in der Form von Mehrweg. 

Vorteile von Mehrwegsystemen

Mehrwegflaschensysteme bilden ein nachahmenswertes Prinzip, da die Nutzung von Getränkeverpackungen im Mehrwegsystem ein wirksames Instrument zur Abfallvermeidung darstellt. Denn Glasflaschen lassen sich 40 - bis 50-mal wiederbefüllen, PET-Flaschen bis zu 25-mal. Darüber hinaus leisten Getränke-Mehrwegsysteme einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz, da sie im Vergleich zur Nutzung von Einweggebinden weniger Wasser und nicht erneuerbare Rohstoffe, im regionalen Handel auch weniger Energie benötigen. Wegen der geringeren transportbedingten Umweltbelastungen sind Mehrwegsysteme innerhalb von regionalen Wirtschaftskreisläufen besonders vorteilhaft.

Mehrweg versus Einweg

Der Unterschied zwischen Mehrweg- und Einwegflaschen ist für normale Kund*innen oft nicht zu erkennen. Die ökologischen Vorteile bei der Mehrwegflasche sind inzwischen nicht mehr sicher gegeben. Durch die Vielfältigkeit der Flaschen (fehlende Standardflaschen) entstehen hohe Sortierkosten und zusätzliche Transportaufwände. Deshalb werden Mehrwegflaschen oft nach wenigen Benutzungsläufen eingeschmolzen, da dies billiger ist. Ein ökologischer Vorteil ist damit hinfällig.

Allerdings fördern Mehrwegflaschen im Gegensatz zu Einwegflaschen die regionalen Wirtschaftskreisläufe. Abfüllanlagen für Mehrwegflaschen sind preiswerter und dadurch für kleine und mittelständische Unternehmen finanzierbar und sichern Arbeitsplätze. Deswegen unterstützt die LINKE das System der Mehrwegflaschen.

Maßnahmen zur Verbesserung des Mehrwegsystems

Auch für die Umwelt sollte sich das Mehrwegsystem wieder lohnen. Dafür müssen einige Entwicklungen rückgängig gemacht werden. Dazu gehören markenspezifische Flaschen und Kästen, die produzentengenau transportiert und umständlich sortiert werden müssen. Standardflaschen und -kästen erleichtern und verbilligen die Logistik im Handel. Außerdem ermöglichen einheitliche Flaschen auch ein vereinfachtes Pfandsystem, da überall alle Flaschen abgegeben werden können und somit die Rückgabe für Verbraucherinnen und Verbraucher erleichtert wird. Das Pfandsystem verhindert nachweislich und auch bei Einwegflaschen eine Vermüllung der Umwelt und sollte deswegen ausgebaut werden. Aus diesem Grund sollte das Pflichtpfand ausgeweitet werden, sodass auch Saft- und Weinflaschen dem standardisierten System unterliegen.

Neben der Logistik sind auch andere Unterschiede zwischen Einweg- und Mehrwegflaschen von Belang. So sind Einwegflaschen deutlich leichter und preiswerter. Gerade Glasflaschen, die besonders oft wiederverwertet werden können, sind schwer und zudem zerbrechlich. Für viele ist dies ein Ausschlussgrund. Es wäre wünschenswert, Glasflaschen leichter und sicherer zu gestalten und den Verschleiß von PET-Flaschen zu verringern.

Ressourcenabgabe

Um für alle das gleiche System und die gleiche Belastung zu haben, fordert die LINKE eine Ressourcenverbrauchsabgabe, die von den Herstellern auf jede Verpackung gezahlt wird. So kann jedes Unternehmen selbst entscheiden, wie es mit seinen Produkten verfährt. Bei Wiederverwendung des Produkts bis zu fünfzig Mal wird nur einmal gezahlt, bei Neuproduktion jedes Mal. Diese Abgabe soll zu einem besseren Umgang mit Ressourcen führen und dadurch den Umweltschaden verringern. Der Preisnachteil von Mehrwegverpackungen wird dadurch reduziert.

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