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Digitalisierung Kulturerbe

Themenpapiere der Fraktion

In Archiven, Bibliotheken, Museen und Sammlungen existieren Millionen von Büchern, Kunstwerken, Filmen und weiteren Exponaten, die derzeit nur schwer zugänglich sind. Die digitale Erschließung dieser Kultur- und Wissensgüter bietet große Potenziale für Kultur, Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft. Viele dieser Objekte müssen zudem digital archiviert und konserviert werden, um nicht für immer verloren zu gehen.

Nach langen Vorarbeiten ist 2012 die Deutsche Digitale Bibliothek online gegangen, mit zunächst 5,6 Millionen Datensätzen. Nach und nach sollen die Bestände von 30.000 Museen, Archiven und Bibliotheken zugänglich gemacht werden. Die DDB fungiert als Vernetzungsplattform, die die Digitalisate leichter auffindbar machen soll, und stellt eine Schnittstelle zum europäischen Dachportal dar, der EU-weit angelegten Europeana.

Das Problem dabei: Zum einen läuft die DDB erst im Versuchsstadium. 2,6 Millionen Euro im Jahr sind für den Betrieb vorgesehen, allerdings ist das Geld nur bis 2015 gesichert. Zum anderen ist sie für die eigentliche Arbeit, nämlich die Digitalisierung der Bestände, gar nicht zuständig. Die soll vielmehr von den Einrichtungen selbst geleistet werden. Und dafür ist erst recht nicht genügend Geld da.

Nur 30 Millionen Euro jährlich geben Bund und Länder derzeit insgesamt für Digitalisierungsprogramme vorrangig im Bereich älterer Werke bis zum 18. Jahrhundert aus. Für die Bestände aus dem 19. und 20. Jahrhundert, die den größten Teil des Materials ausmachen, stehen Bundesgelder überhaupt nicht zur Verfügung. Lediglich als Finanzier der Deutschen Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG) trägt der Bund indirekt zu Digitalisierungsprogrammen bei.
Berechnungen des Deutschen Bibliotheksverbands bräuchte man etwa 750 Millionen Euro, um 15 Millionen Bücher scannen. Das wären ungefähr so viele, wie heute schon das privatwirtschaftliche Digitalisierungsprogramm Google Books enthält. Wenn wir die Bewahrung unseres kulturellen Erbes nicht Google überlassen wollen, müssen wir bereit sein, selbst Geld dafür in die Hand zu nehmen.

Die LINKE fordert, dass für die Deutsche Digitale Bibliothek ein Förderprogramm aufgelegt wird, mit dem nicht nur die Technik des Portals, sondern vor allem auch die Digitalisierung selbst unterstützt wird. Mindestens 30 Millionen Euro im Jahr sollten dafür zur Verfügung stehen.
Zudem brauchen die Bibliotheken Rechtssicherheit insbesondere beim Digitalisieren von verwaisten und vergriffenen Werken. Nur so kann sichergestellt werden, dass unser kulturelles Erbe umfassend nutzbar und verfügbar wird.

 

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