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Was Kinder brauchen

erschienen in Klar, Ausgabe 45,

Bildung ist Ländersache. Über diese Aufgabenzuordnung ließ sich schon immer munter diskutieren. Ich kann mich allerdings noch an Zeiten erinnern, als es in diesen Diskussionen vor allem um unterschiedliche Ferientermine ging. Und natürlich um die große Frage: Wie verkraftet mein Kind den Umzug in ein anderes Bundesland und in ein anderes Schulsystem?

Diese Probleme gibt es nach wie vor, es sind aber weit größere dazugekommen. Unsere Schulen sollen sich um Inklusion, Integration und Digitalisierung kümmern. Gleichzeitig ist der Altersdurchschnitt in den Lehrerzimmern sehr hoch und der Pädagogenmangel schon oft bittere Realität. Mit diesen Herausforderungen darf der Bund die Länder nicht alleinlassen. Die Bildungschancen unserer Kinder dürfen nicht davon anhängen, in welchem Bundesland sie geboren werden.

Bildung ist Ländersache. Das funktioniert dann gut, wenn die Länder in einen Ideenwettbewerb gehen können, der aus guten Schulsystemen noch bessere macht. Was wir dafür unbedingt brauchen, sind gemeinsame Mindeststandards: Für jedes Kind in Deutschland muss eine sehr gute Schulbildung garantiert sein, unterrichtet von ausreichend vorhandenen und ordentlich bezahlten Lehrerinnen und Lehrern. Dabei muss der Bund die Länder unterstützen. Nur dann kann der Bildungsföderalismus seine Stärke ausspielen.

 

Helmut Holter ist Bildungsminister in Thüringen

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