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Reicher Mann, armer Mann

Von Petra Pau, erschienen in Klar, Ausgabe 46,

Die Würde des Menschen ist unantastbar, so beginnt das Grundgesetz. Es geht um die Würde aller Menschen, nicht nur um die der Schönen und Reichen, der Deutschen und Weißen.

Doch was erleben wir? Hass grassiert, Gewalt ebenso. Das belegen Zahlen und zeigt der Alltag. Rassisten, Nationalisten und Rechtsextremisten machen mobil. Sie wähnen sich im Aufwind. Aber nicht nur sie gefährden die Würde des Menschen, denn die braucht eine soziale Basis. Hartz IV, Leiharbeit, Ein-Euro-Jobs und Armutsrenten gehören nicht dazu. Jeder vierte Mensch bei uns in Deutschland lebt in Armut. In Europa insgesamt sieht es noch schlimmer aus. Gleichzeitig wächst der Reichtum von Multimillionären und Milliardären. Wie hatte Bertolt Brecht einst geschrieben? »Reicher Mann und armer Mann standen da und sah’n sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.«

Noch etwas: Die Rüstungsausgaben steigen und steigen. Derzeit sind sie so hoch wie seit 30 Jahren nicht. Allen voran die der USA, aber auch in Deutschland wird aufgestockt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will noch mehr Geld verpulvern.

Ja, es ist etwas faul. Aber es gibt auch die andere Seite. Eine viertel Million Bürgerinnen und Bürger demonstrierten im Herbst 2018 in Berlin für Solidarität und Gerechtigkeit, für Demokratie und Würde. Da waren sie, die vielen. Diejenigen, die jede Demokratie braucht – damit die Würde des Menschen unantastbar bleibt.

 

Petra Pau, für die Fraktion DIE LINKE Bundestagsvizepräsidentin

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