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Ohne Land keine Landwirtschaft

Von Kirsten Tackmann, erschienen in Lotta, Ausgabe 10,

Der Ausverkauf von Bodeneigentum trifft uns alle. Er muss gestoppt werden. Anträge und Alternativen der Fraktion DIE LINKE

 

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Äcker und Wiesen sind einzigartige Naturgüter und wertvolle Lebensräume. Sie sind Lebensgrundlage, Schadstoffsenker und Nährstoffentwickler, aber auch Zeitzeugnisse. Die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft misst sich auch daran, wie sorgsam sie mit diesem Naturreichtum umgeht, erst recht angesichts der aktuell rasant wachsenden Weltbevölkerung. Denn die Ressource Boden ist nicht nur nicht vermehrbar, sondern durch Straßen- und Siedlungsbau in Europa sowie Kriege oder Wüsten im globalen Süden steht immer weniger fruchtbares Ackerland zur Verfügung. Übernutzung oder ungeeignete Anbaumethoden tun ihr Übriges, dass die Ressource Boden ein immer knapperes Gut wird.

Eine so limitierte Existenzgrundlage weckt Begehrlichkeiten, besonders in einer Gesellschaft, in der auch Naturressourcen Ware sind. Der Kampf nichtlandwirtschaftlicher Investoren um den Boden treibt weltweit die Preise hoch. In Erwartung hoher, kurzfristiger Renditen kaufen sie Äcker, Wiesen oder ganze Betriebe auf. Bodenkauf- und Pachtpreise können deshalb aus dem Erlös landwirtschaftlicher Arbeit kaum mehr bezahlt werden und eine nachhaltige Landwirtschaft gerät unter die Räder, ganz zu schweigen vom sozialökologischen Umbau, den DIE LINKE für dringend erforderlich hält.

Aus diesem Grund wollen wir den Boden als Produktionsgrundlage für regional verankerte Landwirtschaftsbetriebe ebenso sichern wie eine breite Streuung des Bodeneigentums, am besten in öffentlicher Hand oder in Besitz der Leute in den Dörfern und kleinen Städten. Auch Neueinsteiger müssen eine Chance bekommen und erst recht Frauen. Aber Teilhabe am Boden ist mehr. DIE LINKE will eine Allianz der regionalen Landwirtschaft mit der ländlichen Bevölkerung und allen Verbraucherinnen und Verbrauchern für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Äcker, Wiesen und Ställe, damit die regionale Versorgung mit Lebensmitteln oder erneuerbaren Energien und ein lebenswertes Umfeld keine Utopie bleiben.

Kirsten Tackmann ist agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

Forderungen der Fraktion DIE LINKE

 • Bodeneigentum offen legen

 • Bodenprivatisierung (BVVG) stoppen, öffentliches Bodeneigentum sichern und langfristig verpachten

 • Obergrenzen für privates Bodeneigentum

 • Verkauf an strenge Kriterien binden (aktive Landwirte und -wirtinnen, Ortsansässigkeit)

 • Genehmigungspflicht für Anteilskäufe bei Unternehmen

 • gemeinsame Bewirtschaftung stärken, beispielsweise in Genossenschaften

 • Landnutzungsrechte von Frauen, Kleinbauern und -bäuerinnen und Indigenen stärken.

 

Broschüre „Zugang zum Boden“ unter www.plan-b-mitmachen.de