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Lotta queer

erschienen in Lotta, Ausgabe 1,

Kuba
Lebenspartnerschaft für Lesben und Schwule
In den Jahren nach der Revolution auf Kuba waren insbesondere Schwule einer massiven Verfolgung ausgesetzt. Im Jahr 2010 entschuldigte sich der frühere Staatschef Fidel Castro für diese »große Ungerechtigkeit«. Eine späte aber wichtige Einsicht. Auch heute noch prägt der Machismo - ein Männlichkeitsbild, das Frauen und schwule Männer abwertet, den kubanischen Alltag. Fidel Castros Nichte,  Mariela Castro, zugleich die Tochter des Staatspräsidenten Raúl Castro, streitet in ihrem Land für die sexuelle Vielfalt. Sie ist Leiterin von CENESEX, des Instituts für Sexualerziehung. Sie führte 2010 einen CSD in Havanna an und stritt auch für die Rechte von Transsexuellen. Nun ging von ihr eine Initiative aus, die bald im Parlament positiv beschieden werden könnte. Auf Kuba soll die Lebenspartnerschaft für Lesben und Schwule eingeführt werden.


Asylgrund
Verfolgung wegen sexueller Identität
In vielen Ländern der Welt gibt es weiterhin eine strafrechtliche Verfolgung von Homosexuellen und eine menschenunwürdige Behandlung von Trans- und Intersexuellen und Transgendern. Die Bundestagsfraktion DIE LINKE stellte dazu eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung. In der Antwort erkennt die Bundesregierung immerhin an, dass den Betroffenen Schutz gewährt werden sollte. Doch es gibt Einschränkungen So wird argumentiert, dass die Betroffenen ihre Sexualität auch im Verborgenen leben könnten oder eine weniger gefährliche Region in ihrem Herkunftsland aufsuchen sollten. Diese Argumentation ist absurd und widerspricht internationalen Abkommen. DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Identität Angst vor Verfolgung haben, immer dann Schutz zu gewähren, wenn ihre sexuelle Orien­tierung oder Geschlechtsidentität im Herkunftsland strafrechtlich kriminalisiert wird oder sie einer massiven nichtstaatlichen Verfolgung ausgesetzt sind. Nachzulesen in der Drucksache (17/8357) »Asylrechtlicher Umgang mit homosexuellen Flüchtlingen und der Einschränkung der sexuellen Vielfalt«.


Unter Männern. Schwul in der DDR
Das Leben schwuler Männer in der DDR ist nur wenig bekannt. Obwohl die DDR schwule Männer weit weniger strafrechtlich verfolgte als die Bundesrepublik, hatten sie ein schweres Leben. Tradierte Normen behinderten die sexuelle Selbstbestimmung. Die schwulen Männer suchten trotzdem nach Wegen und Räumen für sich. Der Film von Ringo Rösener und Markus Stein porträtiert sechs Männer und ihre Liebe. Eine spannende Dokumentation. Der Film wurde erstmals im Februar bei der
Berlinale im Panorama präsentiert.
 

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