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Lotta Queer

Von Barbara Höll, erschienen in Lotta, Ausgabe 2,

Tipps und Informationen

Rainbow Award 2012 an Barbara Höll

Barbara Höll, queerpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, hat am 16. Juni 2012 auf dem lesbisch-schwulen Straßenfest in Berlin-Schöneberg den Rainbow-Award erhalten. Der Rainbow-Award wird jährlich an Persönlichkeiten vergeben, die sich um die Belange lesbisch-schwuler Interessen verdient gemacht haben. In den vergangen Jahren erhielten unter anderem Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und der Filmemacher Rosa von Praunheim den Preis. Barbara Höll wurde als erste Politikerin der LINKEN auf dem Straßenfest geehrt. Mit etwa 300 00 Besucherinnen und Besuchern ist das lesbisch-schwule Straßenfest in Schöneberg eines der größten Straßenfeste Deutschlands und damit ein Highlight weit über Berlins Grenzen hinaus.

Intersexuelle Menschen

Früher nannte man sie Zwitter oder Hermaphrodit. Diese Menschen haben sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane. Lange Zeit glaubte man, es sei besser die Betroffenen bereits im frühkindlichen Alter zu operieren. Immer bestimmten Eltern und Ärzte das Geschlecht und das Thema selbst wurde zum Tabu erklärt. Später, im Erwachsenenalter traten fast immer schwere seelische Schäden auf. Das deutsche Recht kennt intersexuelle Menschen nicht einmal. Die PDS und später DIE LINKE haben seit 1996 mehrfach mit Kleinen Anfragen auf diese Problematik aufmerksam gemacht. Nun tut sich endlich etwas. Der Ethikrat verfasste eine ausführliche Stellungnahme und Ende Juni wurde erstmals in einer öffentlichen Anhörung über das Thema im Bundestag gesprochen. Auch wenn das Ergebnis noch offen ist, so scheint es ein überfraktionelles Bestreben zu geben, die Menschenrechtssituation von Intersexuellen zu verändern. Gut so.

Outing in der Politik

Statistisch gesehen dürfte es in den Parlamenten etwa 10 Prozent Schwule und Lesben quer durch alle Parteien geben. Bekannt sind aber nur wenige. Lesbische Politikerinnen kaum und schwule Politiker nur einige: Ole von Beust, Guido Westerwelle, Klaus Wowereit und Volker Beck. Andreas Heilmann untersucht die mediale Darstellung dieser Politiker. Mit ihrem Outing haben sie typische Bilder des heterosexuellen männlichen Politikers untergraben, zugleich müssen sie sich in Männlichkeitsgefilden bewegen, auf der sie die Klaviatur der Männlichkeit als Ressource nutzen können, doch dabei bewegen sie sich auf brüchigem Eis.

"Normalität auf Bewährung", transcript, 354 S., 29,80

 

 

 

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