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Lesbische Frauen im KZ Ravensbrück

erschienen in Lotta, Ausgabe 4,

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten lehnt Gedenktafel für lesbische Frauen in Mahn- und Gedenkstätte ab.

Das Jahr 2013 beginnt für die Initiative für eine Gedenktafel für lesbische Frauen in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (siehe Lotta 3) mit einem Rückschlag: Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten lehnt diese Tafel ab, da bislang keine Fälle nachgewiesen seien, in denen Frauen wegen ihrer sexuellen Identität in das Konzentrationslager verschleppt wurden.

Das mag stimmen, doch trifft dies ebenso auf andere Opfergruppen zu: Polinnen, französische Frauen und Kinderhäftlinge bildeten keine eigene Opferkategorie – und dennoch gibt es zu Recht Opfertafeln für sie. Die Wissenschaftlerin Corinna Tomberger moniert: "Es sollte hellhörig machen, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird, sobald es nicht um anerkannte Identitätskategorien geht, sondern um marginalisierte."

Vielleicht hilft die Veranstaltung, die sich am 17. Mai 2013 in der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit Frauenliebe im Nationalsozialismus beschäftigt, bislang kaum erforschte Opfergruppen sichtbar zu machen und eine lesbische Erinnerungspolitik voranzubringen.

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