Zum Hauptinhalt springen

Landleben

Von Heidrun Bluhm-Förster, erschienen in Klar, Ausgabe 44,

In Deutschland lebt mehr als die Hälfte aller Menschen im ländlichen Raum. Über 90 Prozent der Fläche sind ländlicher Raum. 50 Prozent der bundesweiten Wirtschaftsleistung werden dort erbracht. Viele Orte auf dem Land prosperieren und bieten Wohn- und Arbeitsplatz. Viel mehr Orte jedoch zeigen ein ganz anderes Bild. Setzt sich dieser Trend fort, wird das gravierende Folgen haben. Wie beispielsweise das Dorfsterben oder das Veröden kleinerer Städte. In Zeiten der Digitalisierung gibt es neue Chancen auch für die ländlichen Räume. Was wir brauchen, sind Lösungen für neue Wertschöpfung in Verbindung mit Wohnen außerhalb der Metropolen. Wenn wir wollen, dass die Menschen im ländlichen Raum bleiben oder sich dort ansiedeln, dann müssen grundlegende Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen möchten diese Menschen weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und mitbestimmen, was bei ihnen vor Ort an Infrastruktur, an Kultur und Bildung, an gesundheitlicher Versorgung, an Grundversorgung und an Mobilität vorhanden sein soll. Menschen auf dem Land möchten gleichwertige Lebensverhältnisse wie in der Stadt vorfinden. Dafür müssen Bund, Länder und Kommunen einen fairen Dialog mit ihren Einwohnern führen und herausfinden, was vor Ort gebraucht und gewünscht wird, um es mit den Menschen gemeinsam aufzubauen. Es gibt so viele kluge und interessante Ideen vor Ort, die es wert sind, von Politik unterstützt zu werden.

 

Heidrun Bluhm ist Sprecherin für Ländliche Raumentwicklung der Fraktion DIE LINKE