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Kultur ist kein Luxus

Von Lukrezia Jochimsen, erschienen in Lotta, Ausgabe 5,

Ein Kommentar von Luc Jochimsen

Schauen wir uns Kinder an: Wie sie reagieren auf Bilder, auf Töne, auf Worte, wie sie sich bewegen, wenn andere tanzen, sich drehen. Wie sie lachen und lächeln, wenn ihnen Geschichten vorgelesen werden, wie sie in diese Geschichten einsteigen, sie weiterentwickeln – im Guten wie im Bösen.

Kultur kann gar kein Luxus sein, denn sie ist seit Jahrtausenden in uns, Teil unserer Entwicklungsgeschichte. Und ohne sie gäbe es keine Entwicklung. Mit Märchen und Liedern fängt es an, mit der Sprache, den Sprachen in all ihren Schattierungen geht es ein Leben lang weiter: in die Wissenschaft wie die Alltagskommunikation, in die Politik, ins Bestehen auf eigene Rechte, vom Ich zum Du, vom Wir zum Euch.

Aber Kultur muss jeder Generation zur Ausübung und Aneignung angeboten werden – von den Großeltern, Eltern, Erwachsenen, also der Gesellschaft. Kultur fällt nicht vom Himmel! Herz und Hirn brauchen sie als Stimulanz, als Reiz. Und in einer profitgesteuerten, reizüberfluteten Konsumwelt, die aus jedem Individuum nur einen Käufer und aus allen gesellschaftlichen Gruppen nur Zielgruppen auf einem alles umfassenden Markt machen will, muss Kultur als Daseinsvorsorge und öffentliche Aufgabe angesehen werden.

Da kommen notwendigerweise die ins Spiel, die eine gerechte und demokratische Gesellschaft herbeiführen wollen. Wie zum Beispiel DIE LINKE. Ohne Einsatz für Kultur als »Lebensmittel« der modernen Gesellschaft wird das nämlich nicht gelingen. Davon bin ich überzeugt. Das ist gewissermaßen mein Credo, das ich uns hinterlasse – nach acht Jahren Arbeit im Parlament.

Luc Jochimsen ist kulturpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

 

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