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Krise erfasst private Altersvorsorge

erschienen in Klar, Ausgabe 13,

Die Krise gefährdet die Existenz der privaten Alterssicherungssysteme, die weltweit 30 Billionen US-Dollar schwer sind. Seit Sommer 2007 fuhren alleine die US-Pensionsfonds zwei Billionen Dollar Verluste ein. Auch in Deutschland gerät die private Alterssicherung in Schwierigkeiten.

Deutsche Lebensversicherungskonzerne haben laut einem ARD-Bericht mehr als die Hälfte der Versichertengelder in Banktiteln angelegt, die sich zurzeit im freien Fall befinden. Trotzdem verbuchen die Versicherungskonzerne die Anlagen weiter zu 100 Prozent.

Deutsche Lebensversicherer haben sich in Kreditverbriefungen engagiert, die heute großenteils wertlos sind. Bei der Allianz beliefen sich diese Titel laut Zeitungsberichten Ende des dritten
Quartals 2008 auf 120 Milliarden Euro.

Hinzu kommt, dass die Rentenverpflichtungen der im Deutschen Aktienindex notierten Konzerne nur zu rund zwei Dritteln gedeckt sind. Die aktuelle Krise reißt gewaltige Löcher in die Pensionskassen. Wirtschaftsjournale sehen Betriebsrenten in Gefahr. Nicht zuletzt haben Pensionsfonds und Versorgungswerke 670 Milliarden Euro in Pfandbriefe investiert. Der Markt für diese Papiere ist zusammengebrochen.

Begonnen hatte dieses Fiasko, als die Regierung Schröder (SPD) und Fischer (Grüne) 2002 und 2003 Pensionsfonds erlaubte, in Risiko-Kapital-Gesellschaften zu investieren. Viele dieser Gesellschaften sind aktuell von der Pleite bedroht, weil die Banken ihre Schulden nicht mehr finanzieren.

Den Versicherungskonzernen droht ein Abschreibungs-Tsunami. Die Einlagensicherungsgesellschaft, die die Versichertengelder absichern soll, funktioniert wie ein Damm, der vor einer Pleitewelle schützt. Weitet sich die Krise der Versicherer aber zu einem Tsunami aus, ist diese Gesellschaft machtlos. Für die Zockerei der Versicherungen müsste dann der Staat, also alle Steuerzahlenden, einspringen.

DIE LINKE kämpft gegen die Privatisierung der Altersvorsorge und will die Gesetzliche Rentenversicherung stärken, um Armut im Alter zu verhindern.

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